Neue Drohungen
Al-Kaida-Drohungen gegen Pakistans Präsidenten
Die mit englischen Untertiteln versehene Audiobotschaft ist dem US-Sender CNN zufolge mit einer Montage alter Videoausschnitte unterlegt und etwa 24 Minuten lang. Sie trägt den Titel „Nehmt am Djihad teil“ und tauchte am Donnerstag auf einer Islamisten-Webseite auf. Das amerikanische SITE-Institut, das das Internet auf terroristische Aktivitäten durchforstet, veröffentlichte Auszüge – siehe Infobox.
Nach den Worten Bin Ladens hat Musharraf unter anderem durch das Blutbad in der Moschee gezeigt, dass er ein Untergebener und Helfer der USA in deren Feldzug gegen die Muslime sei. „Pervez, seine Minister, seine Soldaten und jene, die ihm helfen, sind alle Komplizen beim Vergießen des Blutes....“, heißt es in der Botschaft Bin Ladens weiter. „Wer ihm (Musharraf) wissentlich und willig hilft, ist ein Ungläubiger wie er.“
Aufruf kommt vor Wahlen in Pakistan
Die Vorgeschichte der Bin-Laden-Aufrufs: Im Juli hatten hatten militante Islamisten die Rote Moschee in Islamabad besetzt. Nach einwöchiger Belagerung wurde das Gebäude dann von den pakistanischen Sicherheitskräften gestürmt. Etwa 100 Menschen starben. Musharraf, ein enger Verbündeter der USA, will sich am 6. Oktober bei Wahlen im Amt des Staatschefs bestätigen lassen.
Ebenfalls am Donnerstag war ein Video des zweiten Mannes an der Al-Kaida-Spitze, Aiman al-Zawahiri, bekannt geworden. Darin ruft er zur Unterstützung des Terrornetzwerkes in Nordafrika auf. Nach einer Übersetzung des auf Terrorismus-Erforschung spezialisierten amerikanischen IntelCenters sagte er unter anderem, der Maghreb müsse sich „zuerst von den Kindern Frankreichs und Spaniens befreien“.
Al-Zawahiri ging ebenfalls auf Pakistan und die blutige Erstürmung der Roten Moschee ein. Die pakistanische Armee habe dadurch Schande über sich gebracht, sagte der Al-Kaida-Vize, der zugleich zur Vergeltung aufrief. Der Westen habe eine „kleine Gruppe in die pakistanische Armee gepflanzt, die ihren Sold statt Allah anbetet und alles einschließlich ihrer Religion verkauft“.
Häufung von Bin-Laden-Botschaften in den letzten Wochen
Der Sprecher der pakistanischen Armee, Generalmajor Waheed Arshad, erklärte, die Drohungen würden die Regierung nicht von ihrem Kampf gegen den Terrorismus abhalten. Nach seiner Meinung werden die Botschaften auch in der pakistanischen Bevölkerung nicht auf große Resonanz stoßen. Osama bin Laden hatte sich zuletzt aus Anlass des Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001 in einer Videobotschaft geäußert und darin unter anderem die US-Bürger zum Übertritt zum Islam aufgefordert. Auch bezeichnete er die Attentäter vom 11. September als „19 Helden“.
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