„Wir setzen heuer auf Anwendungen, die vom Computer wegführen und sich wieder in der analogen Welt verankern lassen“, sagt Christa Sommerer. Sie leitet die Studienrichtung „Interface Cultures“ an der Linzer Kunstuni. Hier tüfteln Studierende neue Kreationen aus, die zwar der Welt des Computers entspringen, aber auch im ganz normalen Alltag Sinn - oder Sinnlichkeit - ergeben. All das fasst man unter „neoanalog“ zusammen.
So gesehen ist die Installation „Massage Me“ von Hannah Perner-Wilson und Mika Satomi ein Segen: Zwei Personen, die am Computer spielen, können sich vom „Gamepad“ eine zärtliche Rückenmassage geben lassen. Auf der kritisch ironischen Seite lässt sich „News Knitter“ verbuchen. Die Künstlergruppe um Ebru Kurbak lässt Informationen aus dem Netz auf Pullover stricken. Die permanente Überfrachtung mit (leeren) Informationen wird hier zumindest zu einem schönen, zeitgeistigen Muster. Die Klimadebatte hat den „Garden of Eden“ angeregt. Das Trio Thorsten Kiesl, Harald Moser und Timm-Oliver Wilks lässt Kopfsalat in einer Schadstoff-Atmosphäre „gedeihen“, wie sie aktuell in den Hauptstädten der G7-Staaten herrscht. Wirklich sehr anschaulich!
Kunstuni am Hauptplatz: bis 11. September, täglich von 10 bis 19 Uhr
Foto: Chris Koller
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.