Front-Besuch

Bush spricht im Irak von Erfolg und Truppenabzug

Ausland
05.09.2007 14:00
US-Präsident Bush hat am Montag - dem amerikanischen "Labor Day" - überraschend den US-Luftwaffenstützpunkt Al Asad in der westirakischen Provinz Anbar überraschend besucht. Begleitet wurde er von Außenministerin Condoleezza Rice, von Verteidigungsminister Robert Gates und dem Nationalen Sicherheitsberater, Stephen Hadley. In einer Ansprache deutete er die Möglichkeit eines Truppen-Abzuges aus dem Irak an.

Die Entscheidung falle aber auf Basis einer Einschätzung der Kommandanten vor Ort und nicht auf der Grundlage nervöser Reaktionen von Politikern in Washington, so  Bush am Montag vor rund 750 US-Militärangehörigen auf dem Al-Asad-Stützpunkt im Westirak: "Wenn wir damit beginnen, Truppen aus dem Irak abzuziehen, wird es aus einer Position der Stärke und des Erfolgs sein und nicht aus einer Position der Angst und des Versagens."

Bereits zuvor hatte Bush in einer kurzen Erklärung die Möglichkeit einer Truppenreduzierung angedeutet. Sollten sich die derzeitigen Erfolge fortsetzen, dann könne das gleiche Maß an Sicherheit mit weniger Soldaten aufrechterhalten werden, sagte Bush. Der Präsident nannte in diesem Zusammenhang weder einen Zeitpunkt für einen Abzug noch eine genaue Zahl.

Zugleich nannte der Präsident die schleppenden Fortschritte im Irak frustrierend. Die US-Truppen hätten dabei geholfen, die Sicherheitslage zu verbessern. Jetzt sei es wichtig, dass die irakische Regierung folge und es politische und wirtschaftliche Fortschritte gebe. 

Anbar als positives Modell
Die positiven Veränderungen in Anbar könnten ein Modell für den gesamten Irak sein, sagte Bush. "Anbar wurde einst für verloren gegeben. Heute ist es einer der sichersten Orte im Irak."

Der US-Oberkommandierende im Irak, General David Petraeus, und Botschafter Ryan Crocker sollen dem Kongress kommenden Montag Rechenschaft über Fortschritte im Irak ablegen. Dieser Bericht sollte in den Gesprächen Bushs mit den Generälen erörtert werden. Bush habe die Notwendigkeit empfunden, sich vor wichtigen Entscheidungen selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen, sagte ein Sprecher auf dem Flug in den Irak.

Der Besuch in Anbar war wohl auch ein bewusstes Zeichen der Ungeduld Bushs angesichts des politischen Stillstands in der irakischen Hauptstadt. Vor wenigen Monaten wäre er noch undenkbar gewesen. Die Wüstenregion galt bis vor kurzem als das gefährlichste Gebiet für die US-Soldaten im Irak. Ein Aufstand sunnitischer Stammesältester gegen das ebenfalls sunnitische Terrornetzwerk Al-Kaida hatte zur Befriedung der Provinz beigetragen.

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