Stützpunkt geräumt
Briten räumen Hauptquartier in Basra
Dem Ministerium zufolge war die Übergabe des Hauptquartiers seit langem geplant. Die Kontrolle über das gesamte Gebiet um Basra, wo 5.500 britische Soldaten stationiert sind, solle im Herbst übergeben werden, erklärte das Ministerium.
"Die Übergabe des (Hauptquartiers) Basra Palace ist seit langem unsere Absicht, wie wir auch mehrfach öffentlich mitgeteilt haben", hieß es in einem Kommuniqué des Ministeriums in London. In den nächsten Tagen solle der Stützpunkt von irakischen Sicherheitskräften übernommen werden.
Im Hauptquartier waren 500 der britischen Soldaten stationiert, die weiteren sind am Flughafen oder in dessen Nähe postiert. Dorthin sollen auch die 500 Militärs aus dem Basra Palace verlegt werden. "Die britischen Truppen werden jetzt vom Flughafen aus eingesetzt, sie bleiben für Basra verantwortlich, bis wir an die irakischen Provinzbehörden übergeben, was wir für den Herbst erwarten", teilte das Ministerium mit.
Britische Soldaten sollen weiterhin über Provinz wachen
Das britische Kontingent im Süden des Irak soll bis zum Ende des Jahres auf 5.000 gesenkt werden. Die verbleibenden Truppen sollen nach dem Wunsch von Premierminister Gordon Brown weiterhin über die Stabilität der Provinz wachen und örtliche Sicherheitskräfte ausbilden. Seit dem Einmarsch der Koalitionstruppen im Irak 2003 sind in dem Golfstaat fast 160 britische Soldaten getötet worden.
Scharfe Kritik an Irak-Politik der USA
Kurz vor dem Bekanntwerden des Abzugs aus dem Hauptquartier hatten hochrangige britische Offiziere die Irak-Politik der USA in ungewohnter Schärfe kritisiert. Der frühere britische Generalstabschef Mike Jackson bezeichnete die Irak-Politik Washingtons als "intellektuell bankrott", wie die Zeitung "The Daily Telegraph" in ihrer Samstagsausgabe berichtete. Generalmajor a.D. Tim Cross sagte dem "Sunday Mirror", bereits bei der Vorbereitung der Invasion hätten viele das Gefühl gehabt, dass die Pläne der Vereinigten Staaten für die Nachkriegszeit "fatale Schwächen" aufgewiesen hätten.
Trotz innenpolitischer Kritik am Irak-Einsatz der Briten hält Brown daran fest. Die Soldaten hätten "eine Arbeit zu erledigen", sagte der Premierminister im August. Auch einen genauen Zeitplan für den Abzug der britischen Truppen will Brown nicht im Voraus erstellen.
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