Mi, 18. Juli 2018

Toiletten-Sex-Affäre

05.09.2007 15:08

US-Senator Craig erwägt Rücktritt vom Rücktritt

Der konservative US-Senator Larry Craig ist wegen der so genannten Toiletten-Affäre möglicherweise doch nicht zum bereits öffentlich verkündeten Rücktritt bereit. Der 62-jährige Republikaner habe ein prominentes Anwaltsteam engagiert, das als erstes sein umstrittenes Schuldeingeständnis prüfe, teilte Craigs Sprecher Sidney Smith am Dienstag mit.

Am Wochenende hatten die republikanische Parteiführung und auch das Weiße Haus erleichtert auf Craigs Ankündigung reagiert, wegen seiner angeblichen Avancen gegenüber einem verdeckten Ermittler in einer Flughafentoilette von Minneapolis zum 30. September zurückzutreten. Smith sagte, vor wenigen Tagen sei die Sache noch schablonenhafter gewesen. "Es hat nicht viele Optionen gegeben", sagte er zu dem enormen öffentlichen Druck, der auch von Parteifreunden Craigs wie Senator John McCain und dem republikanischen Senatsführer Mitch McConnell ausgeübt worden war. Dies sei nun anders, sagte Smith.

Craig hatte sich in der vergangenen Woche damit verteidigt, dass er nichts Unrechtes getan habe und sein einziger Fehler darin bestanden habe, ein schuldhaftes Verhalten eingeräumt zu haben. Der Senator hatte nach der Festnahme auf dem Flughafen Mineapolis-St. Paul zunächst ein Schuldbekenntnis abgelegt und 500 Dollar (367 Euro) Strafe gezahlt, um einer zehntägigen Haftstrafe zu entgehen.

Eine Sprecherin von Präsident George W. Bush, Dana Perino, sagte, das Weiße Haus bleibe bei seiner Haltung: Es hatte von einer enttäuschenden Situation um Craig gesprochen. "Aber natürlich ist es die Entscheidung des Senators, der Sitz des Senators", fügte sie hinzu.

Politiker bereits in 80er Jahren im Gerede
Im Kongress hatte sich Craig stets gegen eine Eheschließung von Homosexuellen und gegen einen besonderen Schutz für schwule und lesbische Verbrechensopfer eingesetzt. Bereits seit den 80er Jahren war der Politiker allerdings wegen seiner sexuellen Orientierung ins Gerede gekommen, zuletzt in einem Blog im Oktober vergangenen Jahres. Craig hat jedoch alle derartigen Veröffentlichungen als lächerlich zurückgewiesen.

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