Brisantes Video

Beslan-Hinterbliebene fordern Untersuchung

Ausland
31.07.2007 11:42
Die Hinterbliebenen der Opfer des Geiseldramas von Beslan vor drei Jahren kommen nicht zur Ruhe: In einem brisanten Video, das am Wochenende auf einer Website zur Unterstützung der Opfer veröffentlicht wurde, behauptet ein angebliches Mitglied der russischen Armee, dass in der Schule jene Explosion, die von der Armee als Rechtfertigung für den blutigen Sturm auf das besetzte Gebäude herangezogen wurde, nie stattgefunden habe. Hinterbliebene forderten am Montag eine erneute Untersuchung.

Die auf der Website einer Gruppe zur Unterstützung der Opfer veröffentlichten Aufnahmen stehen im krassen Widerspruch zur offiziellen Version der Ereignisse. Ein Mann, der für einen Ingenieur der russischen Armee gehalten wird, sagt in dem Video, es habe keine Explosion in der Schule gegeben.

Wer schoss zuerst?
Die Ermittlungen der Justiz hatten dagegen offiziell damit geendet, dass das Feuergefecht, bei dem am 3. September 2004 332 Menschen - unter ihnen 186 Kinder - getötet wurden, durch eine Explosion in dem Gebäude ausgelöst worden war, in dem pro-tschetschenische Geiselnehmer mehr als 1.200 Menschen festhielten. Angehörige der Opfer hatten die Darstellung schon immer in Zweifel gezogen. Ihrer Version zufolge eröffneten die russischen Streitkräfte zuerst das Feuer.

Staatsanwaltschaft hatte Video „verloren“
Die Leiterin des Komitees Mütter von Beslan, einer der Opfergruppen, kündigte an, eine Befragung des Ingenieurs durch die Staatsanwaltschaft zu beantragten. Doch dort könnten sie auf taube Ohren stoßen. Die Staatsanwaltschaft hat ebendieses Video damals bei der Untersuchung nicht als Beweismaterial verwendet. „Als wir sie fragten, haben sie uns gesagt, es sei verloren gegangen“, sagte Susana Dudijewa der Nachrichtenagentur Agence France Presse. Die Aufnahmen für die Website seien dem Komitee von einen anonymen Absender zugestellt worden.

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