Studie zeigt

Bis zu 70.000 Kinder sind von Armut bedroht

Oberösterreich
30.07.2007 19:37
Der traditionelle „Armutsbericht“ von Studierenden der Linzer Kepler-Uni beschreibt die die Lebenslage(n) junger Menschen in Oberösterreich von 15 bis 24 Jahren. Er zeigt auf, dass der Einstieg in den Arbeitsmarkt auch für gut Qualifizierte immer mühsamer wird. Und dass bis zu 70.000 Kinder und Jugendliche armutsgefährdet sind.

„Auch wenn manche von der Freizeitgesellschaft sprechen - wir leben in einer immer dichter werdenden Arbeits- und Leistungsgesellschaft, die nicht wenige schon in jungen Jahren zu Außenseitern stempelt“, schließt Dr. Christine Stelzer-Orthofer aus den Recherchen ihrer Studierenden. Besonders schwer haben es junge Menschen mit schlechten Zeugnissen in der Pflichtschule oder jene, die ohne Schulabschluss oder Erstausbildung bleiben. Zugleich schaffen junge Erwachsene auch bei guter Ausbildung den Einstieg in den Arbeitsmarkt oft nur über atypische Arbeitsverhältnisse, wie befristete Verträge, freie Dienstnehmerverträge oder unbezahlte Praktika.

Bei all dem öffnet sich die Schere zwischen armutsgefährdeten Heranwachsenden und jenen, die vom Wohlstand profitieren, immer weiter. „Je nach Erhebungsmethode und Schwelle lassen sich für Oberösterreich zwischen 34.000 und 70.000 armutsgefährdete Kinder und Jugendliche errechnen“, so Stelzer-Orthofer. Nach Ansicht ihrer Studenten wäre daher der Ausbau des Betreuungs- und Beratungsangebotes für Jugendliche wichtig.

„Sollten unsere eigene Jugend nicht verklären“

Ass.-Prof. Dr. Christine Stelzer-Orthofer hat mit 26 Studenten der Linzer Lehrveranstaltung „Armut und soziale Ausgrenzung“ den (politischen) Stehsatz „Jugend ist Zukunft“ hinterfragt. Während Ältere nach Jugendlichkeit streben, haben es Junge oft schwer.

„Jugend“ und „unbeschwert“ - wenn man Ihren Armutsbericht liest, scheint das heutzutage schon ein Widerspruch zu sein…
Jede Jugendgeneration hat ihre eigenen Herausforderungen. Wir sollten unsere eigene Jugend nicht verklären, das führt zu Panikmache und Pessimismus. Das betrifft Probleme im Kleinen - Stichwort: Komatrinken - wie im Großen - Stichwort: Klimawandel. Wichtig ist es, gemeinsam an konstruktiven Lösungen zu arbeiten.

Wie wäre es für Sie persönlich, wenn Sie heute selbst erst 17 Jahre wären?
Ich halte es für äußerst positiv, welche Angebote, Möglichkeiten und Informationen Jugendlichen heute offen stehen. Das birgt aber auch die Gefahr der Überforderung, der Orientierungslosigkeit oder auch des Scheiterns in sich.




Foto: Martin Jöchl

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Oberösterreich
30.07.2007 19:37
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung