Selbstmord-Attentate

Mindestens 94 Tote bei Anschlägen im Nord-Irak

Ausland
16.07.2007 19:29
Bei zwei offenbar koordiniert ausgeführten Bombenanschlägen in der nord-irakischen Ölmetropole Kirkuk sind am Montag nach amtlichen Angaben mindestens 94 Menschen getötet worden. Der erste Selbstmordattentäter sprengte sich mit einem Lkw vor einem Büro der Patriotischen Union Kurdistans in die Luft. Der zweite Attentäter löste auf einem großteils von Kurden besuchten Markt eine Explosion aus.

Bei den Explosionen wurden auch rund 150 Menschen verletzt, sagte ein Polizeisprecher. Nachdem der Norden des Irak im Gegensatz zur Region um die Hauptstadt Bagdad bisher als verhältnismäßig sicher galt, handelt es sich bei den Anschlägen vom heutigen Montag bereits um die zweite folgenreiche Terror-Tat innerhalb weniger Tage.

Spannungen zwischen ethnischen Gruppen
In Kirkuk leben Kurden, Araber, Turkmenen sowie Aramäer und Chaldäer. Seit dem Sturz des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein vor über vier Jahren haben die Spannungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen in der Vielvölkerstadt zugenommen. Die meisten Araber und Turkmenen lehnen die Bestrebungen der Kurden ab, die 250 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt in das nördlich gelegene kurdische Autonomiegebiet einzugliedern.

Irakische Regierungsvertreter haben erklärt, angesichts der irakisch-amerikanischen Offensive im Großraum Bagdad würden sunnitische Aufständische nach Norden ausweichen. US-Präsident Bush hat für diese Offensive 28.000 zusätzliche Soldaten in den Irak entsandt.

Fünf Tote bei Anschlag in Bagdad
Bei einem weiteren Bombenanschlag in Bagdad wurden am Montag fünf irakische Soldaten getötet. Im Süden Bagdads wurden nach Polizeiangaben zwei Menschen durch Granatfeuer getötet. Im Süden des Landes flohen nach Polizeiangaben am Sonntag 24 iranische Häftlinge, die wegen illegalen Grenzübertritts inhaftiert waren. Vier seien wieder eingefangen worden.

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