Rekordvergleich

US-Kirche zahlt 660 Mio. Dollar an Missbrauchopfer

Ausland
15.07.2007 14:43
Die katholische Kirche in Kalifornien will den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche nach US-Medienangaben die Rekordsumme von 660 Millionen Dollar (rund 480 Millionen Euro) zahlen. Die Erzdiözese von Los Angeles habe sich mit den über 500 Klägern außergerichtlich geeinigt, berichtete die "Los Angeles Times" am Sonntag. Zu der Vereinbarung zähle auch die Freigabe der vertraulichen Akten der beklagten Priester.

"Einige der Opfer haben mehr als fünf Jahrzehnte auf eine Entschädigung warten müssen", sagte der Anwalt Raymond Boucher der Zeitung. Die Arbeit der Kirche sei wegen der hohen Schadenssumme durchaus beeinträchtigt, im Kern aber nicht berührt, sagte Kirchenanwalt Michale Hennigan. Die Diözese werde auch keine Besitztümer verkaufen müssen. Die Einigung kam kurz vor Beginn des für Montag angesetzten ersten Prozesses eines Missbrauchopfers gegen die Erzdiözese zu Stande.

Tausende  Missbrauchsvorwürfe gegen US-Priester
Über 4.000 katholische Priester sollen in den Jahren 1950 bis 2002 Minderjährige sexuell belästigt haben. In den Vereinigten Staaten sind in den vergangenen 50 Jahren mehr als 11.000 Anschuldigungen gegen katholische Priester erhoben worden, Minderjährige sexuell belästigt zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der amerikansichen Bischofskonferenz.

Die katholische Kirche in den USA wird seit Anfang 2002 von einem Skandal um pädophile Priester erschüttert, in dessen Mittelpunkt die Erzdiözese in Boston steht. Ihr wird vorgeworfen, über Jahre hinweg Fälle von Kindesmissbrauch vertuscht zu haben.

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