Erst seit zehn Jahren gibt es in Österreich das Gewaltschutzgesetz, doch der Bedarf war offenbar riesengroß: Seither wurden bundesweit mehr als 40.000 Wegweisungen und Betretungsverbote über die meist familiären Gewalttäter verhängt.
Das Linzer Gewaltschutzzentrum bietet Information, Beratung und Begleitung in solchen Krisensituationen. Im Vorjahr wurden 981 Frauen und 86 männliche Opfer betreut. In fast zwei Drittel der Fälle gab es auch Betretungsverbote der Polizei.
Im ersten Halbjahr 2007 wurden bereits 700 Personen beraten: „Es gibt aber keinen Anstieg häuslicher Gewalt, sondern es ist nicht mehr so ein Tabu wie früher“, weiß Maria Schwarz-Schlöglmann, Leiterin des Linzer Gewaltschutzzentrums, die zu den „Stalkern“ meint: „Wir hatten die Problematik des Telefonterrors von Anfang an. Meistens bricht bei Trennungen das Besitzdenken der Männer auf, die Frauen als ihr Eigentum betrachten.“
„Gewalt in Beziehungen baut sich langsam auf“
Maria Schwarz-Schlöglmann (49) leitet das Linzer Gewaltschutzzentrum, das Opfern Beratung anbietet. Sie weiß, dass viele Frauen oft große Not durchleiden.
Sie sind überzeugt, dass Gewalt „erlernt“ wird.
Die Aggressionsbereitschaft ist schon bei den Buben höher. Leider verherrlicht das Fernsehen oft Gewalt, dazu kommt das oft pornographische Frauenbild in den Medien. Dadurch wird schon den Kindern gewalttätiges Verhalten gegenüber Frauen als „normal“ vermittelt.
In welchem Zustand sind Ihre Beratungsklienten?
Viele haben Angst, stehen seit Jahren unter großem Druck. Viele Frauen bemühen sich sehr, mit den Männern auszukommen, auch wenn sie Prügel bekommen oder sozial isoliert werden. Sobald die Frauen die Trennung verlangen, eskaliert die Situation massiv.
Das Gesetz bietet Schutz.
Ja - aber auch die Täter sollten lernen können, wie sie ihr Verhalten verändern.
Foto: Christoph Gantner
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