Geldverschwender

Ortschef im Kreuzfeuer der Kritik

„Das sind ja Zustände fast wie in Pasching!“ Nicht nur hinter vorgehaltener Hand wird Trauns Bürgermeister Harald Seidl heftig kritisiert. Vor allem wegen der Kostenexplosion beim Ausbau des Galerie-Cafés, der mehr als 463.000 Euro statt der bewilligten 320.000 Euro verschlang, sowie wegen des Baus einer Überdachung am Kirchenplatz steht der Ortschef jetzt „im Regen“.

Exakt 136.868,95 Euro kostete das Galerie-Projekt mehr, als bewilligt wurde, wie ein Prüfungsbericht feststellte. Der im Gemeinderat auf der Tagesordnung stand, vom Bürgermeister aber vertagt wurde. „Man sollte mir die Möglichkeit geben, dazu Stellung zu nehmen“, erklärt Seidl – was VP-Obmann Günther Plakolm nicht versteht: „Als Bürgermeister hat er ja das Recht, bei allen Ausschüssen dabei zu sein…“

Seidl wird vorgeworfen, die Mehrkosten eigenmächtig („wie früher Böhm in Pasching“, ätzt ein Insider) bewilligt zu haben. „Das stimmt aber so nicht“, verteidigt sich der Ortskaiser, „die Mehrkosten entstanden durch nötige Erweiterungen der Leistungen. Sonst hätten wir nächstes Jahr wieder umbauen müssen.“ Aber er gibt zu: „Es sind Fehler passiert. Aus diesen muss man lernen.“ So sollen in Zukunft derartige Mehrkosten nur mehr mit Gemeinderatsbeschluss bewilligt werden können.

Foto: Stadtarchiv Traun

Donnerstag, 24. Juni 2021
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