11.06.2007 16:28 |

Massive Steigerung

Rüstungsausgaben auf einem Rekordhoch

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) hat am Montag sein neues Jahrbuch zu Rüstung, Abrüstung und internationaler Sicherheit vorgestellt. Darin wird eine massive Steigerung der Militärausgaben im Jahr 2006 verzeichnet. Diese stiegen weltweit auf 1.204 Milliarden Dollar, was eine Erhöhung um 3,5 Prozent von 2005 auf 2006 bedeutet.

Die Militärausgaben stiegen demnach um 37 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre. Pro Kopf werden im globalen Durchschnitt 184 Dollar (137,8 Euro) für militärische Rüstung ausgegeben.

46 Prozent der weltweiten Rüstungsgelder werden durch die USA aufgewendet, die dafür 2006 rund 528,7 Milliarden Dollar (396 Milliarden Euro) ausgegeben haben. Dies bedeutet 1.756 Dollar (1.315 Euro) pro Kopf. Allein für den Kampf gegen den globalen Terrorismus stellte die US-Regierung von 2001 bis 2006 432 Milliarden Dollar (324 Milliarden Euro) zur Verfügung.

China größter Einkäufer von Waffen in Asien
83 Prozent der Ausgaben werden allein von 15 Ländern aufgebracht. Auf den Spitzenreiter USA folgt Großbritannien mit 528,7 Milliarden oder 5 Prozent Anteil am Gesamtvolumen. China überholte 2006 erstmalig Japan und landete hinter Frankreich auf Platz vier. Mit den von SIPRI geschätzten 49,5 Milliarden Dollar - Peking legt seinen Militäretat nicht vollständig offen - ist China jetzt der größte Einkäufer von militärischem Gerät in Asien.

Die de-facto atomar gerüsteten Staaten Indien, Pakistan und Israel setzten 2006 ihr Programm zur Entwicklung neuer Trägerraketen, die für nukleare Sprengköpfe geeignet sind, fort. Spezielles Augenmerk legt der Bericht auf den Atombombentest Nordkoreas im Oktober 2006, den Atomstreit mit dem Iran sowie die noch nicht beschlossene US-indische Nuklearkooperation.