Causa Litwinenko
Russland liefert Angeklagten nicht aus
Blairs Sprecher unterstrich Russlands "wichtige Rolle" in den internationalen Beziehungen. Die politischen und wirtschaftlichen Verbindungen seien wichtig und müssten beibehalten werden. Die russische Staatsanwaltschaft hatte eine Auslieferung bereits abgelehnt, da dies das russische Gesetz vorschreibt.
"Genügend Beweise" für Giftmord
Es gebe "genügend Hinweise" auf einen Giftmord, teilte die britische Staatsanwaltschaft am Dienstag in London mit. Die Anklagebehörde forderte, der frühere Agent müsse "schnell" von Russland an Großbritannien ausgeliefert werden, um in London vor Gericht zu kommen. Der britische Generalstaatsanwalt Sir Ken Macdonald sagte, die Anschuldigung sei im "generellen öffentlichen Interesse". Das Verbrechen sei "außerordentlich" gewesen.
Der russische Anwalt Lugowois lehnte in Moskau zunächst jeden Kommentar ab, da er von der britischen Staatsanwaltschaft noch nicht benachrichtigt worden sei. Lugowoi hat alle Vorwürfe, für Litwinenkos Vergiftung verantwortlich zu sein, zurückgewiesen.
Lugowoi und der Geschäftsmann Dimitri Kowtun, ebenfalls ein Ex- Spion, hatten Litwinenko am 1. November 2006 in einer Londoner Hotelbar getroffen. Dort tranken sie gemeinsam Tee. Litwinenko erkrankte noch am selben Tag und starb drei Wochen später an einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210. Kowtun galt bisher als Hauptverdächtiger neben Lugowoi.
Der Fall Litwinenko hatte zu starken Spannungen im Verhältnis zwischen Moskau und London geführt. Großbritannien hat dem russischen Botschafter in London mitgeteilt, dass man sich volle Kooperation im Fall Litwinenko erwarte.
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