Erst Karte Americas

Merkel bringt den USA ihre “Geburtsurkunde”

Ausland
01.05.2007 15:18
Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel hat der Bibliothek des US-Kongresses eine 500 Jahre alte Weltkarte übergeben, die auch als „Geburtsurkunde Amerikas“ bezeichnet wird. In einer Zeremonie nahm der Vorsitzende der demokratischen Mehrheitsfraktion im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, das 126 mal 229 Zentimeter große Werk des deutschen Kartografen Martin Waldseemüller entgegen.

Merkel nannte die Karte „ein einzigartiges Werk deutscher Kartografiekunst“. Die Übergabe an die USA sei „ein sichtbarer Ausdruck der engen deutsch-amerikanischen Freundschaft“, sagte sie. „Ich bin überzeugt, dass es für diese Karte kaum einen geeigneteren Ort und auch keinen würdigeren Ort gibt als diese wunderbare Bibliothek.“

Die Karte war nach Ausfuhrgenehmigungen der deutschen Regierung und der baden-württembergischen Landesregierung bereits im Juni 2001 aus Privatbesitz für rund 7,35 Millionen Euro in die USA verkauft worden. Eine offizielle Übergabe hatte es bisher aber nicht gegeben.

Waldseemüller hatte die Karte 1507 im lothringischen Saint Die hergestellt und erstmals die Erkenntnisse des Forschungsreisenden Amerigo Vespucci eingearbeitet, der die neu entdeckte Landmasse jenseits des Atlantiks als eigenen Kontinent begriff. Vom Vornamen des Entdeckers leitete Waldseemüller den Namen des Kontinents ab: „America“.

Von den ursprünglich 1.000 Exemplaren der Waldseemüller-Karte blieb nur eines erhalten, das lange Zeit als verschwunden galt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts tauchte es in der Bibliothek der Fürsten von Waldburg-Wolfegg wieder auf.

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