Gorenje sperrt zu

Trotz Millionenplus keine Zukunft

Oberösterreich
27.04.2007 20:01
„Da läuft´s einem kalt über den Rücken. Es geht ja um persönliche Schicksale.“ Seit letzter Woche wissen die 64 Mitarbeiter von Gorenje Freistadt, dass „ihr“ Werk Ende des Jahres zugesperrt wird. Und gestern wurden sie von Gewerkschafter Harald Dietinger über das Ergebnis der ersten Gesprächsrunde mit dem Vorstand unterrichtet. Und der hatte nur wenige gute Nachrichten…

Vom Ende des Werkes sind 64 Mitarbeiter betroffen - 37 Arbeiter und 27 Angestellte. Wobei Erstere schon per 31. Juli - da werden Produktion und Montage eingestellt - auf der Straße stehen. „Wir haben Geschäftsführer Beno Skok einen Sozialplan vorgeschlagen“, verrät Dietinger. Wie der genau aussieht und welche Summen gezahlt werden, darüber wurde Stillschweigen vereinbart. Aber der Gewerkschafter verrät: „Am 16. Mai ist die nächste Gesprächsrunde. Da werden wir erfahren, ob unser Plan angenommen wird und wie es weitergeht.“

Allerdings weiß Dietinger, dass es hart wird. „Es sind schon einige schwere persönliche Schicksale dabei“, erklärt der Gewerkschafter. Etwa eine zweifache Mutter, die im Werk arbeitet und deren Mann zum Pflegefall wurde. Wobei Dietinger schon auf Jobsuche für Betroffene ist. „Fünf, sechs Firmen haben sich bereits bereit erklärt, jeweils zwei bis drei Arbeiter zu übernehmen“, so der 38-Jährige. „Aber für die meisten, besonders die Angestellten, wird´s schwer. Die müssen sich aufs Pendeln zumindest bis Linz einstellen.“ Denn auch die Molkerei sperrte heuer zu: 40 Arbeitsplätze weg.

Was die Slowenen wenig beeindrucken dürfte. Schließlich erwirtschafteten sie einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro, kassierten einen Nettogewinn von 22,3 Millionen - und sperren Freistadt trotzdem zu, verlegen alles nach Marburg. Weil´s dort billiger ist.

 

 

Foto: AK OÖ

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