Wind hat geholfen
Robbenfangschiffe aus Packeis befreit
Bei anhaltendem Südwestwind hofft Kapitän Brian Penney vom Kommandozentrum in St. John's, auch die letzten 60 Schiffe bis zum Wochenende in Sicherheit bringen zu können. "Mutter Natur unterstützt uns jetzt ein bisschen mehr", sagte Penney. "Wir fangen an, die Zahl der Schiffe dort draußen abzubauen. Das Eisfeld bewegt sich endlich." Der Wind schiebe die gewaltigen Schollen jetzt langsam von der Küste weg auf das offene Meer hinaus.
Etliche der von einem heftigen Nordoststurm überraschten Robbenfänger sind schon seit über einer Woche in der Eishölle gefangen. Manchen Schiffen ist inzwischen der Treibstoff ausgegangen. Andere mussten Wasser und Lebensmittel schon vor Tagen auf Notrationen reduzieren. Mindestens zehn Fangschiffe haben laut Penney durch das Eis "erheblichen Schaden" erlitten. Vor mehr als einer Woche waren rund 100 Boote im Packeis stecken geblieben. Zeitweise saßen bis an 600 Seeleute in den Eismassen fest.
Die umstrittene Robbenjagd findet alljährlich etwa von Mitte März bis Mitte April im Sankt-Lorenz-Golf und vor Neufundland statt. Seit langem protestieren Tierschützer weltweit gegen die Tötung der Jungtiere, deren schneeweißer Pelz in Russland und China noch immer Abnehmer findet. Dieses Jahr hatte die kanadische Regierung wieder 270.000 Robben zum Abschlachten freigegeben.
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