19.04.2007 10:57 |

Attentatswelle

Mindestens 195 Tote bei Anschlagserie in Bagdad

Nach einer verheerenden Anschlagserie in Bagdad ist die Zahl der Todesopfer bis zum Donnerstagmorgen weiter gestiegen. Bei mehreren, in kurzer Folge ausgeführten Anschlägen sind in der irakischen Hauptstadt nach jüngsten Informationen am Mittwoch mindestens 195 Menschen ums Leben gekommen, mehrere hundert wurden verletzt.

Allein im Bagdader Al-Sadrija-Viertel starben durch eine Autobombe nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN 140 Iraker. Mehr als 150 weitere seien bei der Explosion in der Nähe eines Marktes verletzt worden, berichtete der Sender unter Berufung auf das irakische Innenministerium.

Auf einem Platz, der an die Vorstadt Sadr-City grenzt, starben nach inoffiziellen Angaben 40 Menschen, als eine Autobombe detonierte, 45 wurden verletzt. Eine weitere Autobombe explodierte im Karrade-Viertel, wo mindestens zehn Menschen starben. Bei weiteren Anschlägen und Überfällen in Bagdad starben insgesamt mindestens fünf weitere Menschen.

Zu den Anschlägen, von denen die drei schwersten in vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteilen verübt wurden, kam es trotz verstärkter Sicherheitsvorkehrungen: Seit Mitte Februar sind in Bagdad rund 3.000 amerikanische und 10.000 irakische Soldaten zusätzlich stationiert worden, um die Sicherheitslage zu verbessern.

Anschlagserie ruft internationale Bestürzung hervor
Die deutsche EU-Präsidentschaft drückte den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. "Auf diese sinnlosen Morde kann die Zukunft des Irak nicht gebaut werden. Nicht Gewalt, nur Dialog und Verständigung können zu einer Besserung der Situation führen und eine friedliche Zukunft für alle Menschen im Irak ermöglichen", hieß es in einer am Mittwochabend in Berlin veröffentlichten Erklärung.

US-Verteidigungsminister Robert Gates zeigte sich am Rande eines Treffens mit seinem israelischen Amtskollegen Amir Perez in Tel Aviv entsetzt von der Gewalt in Bagdad. Dies seien die Taten von Aufständischen gegen den Sicherheitsplan, sagte er.