Beim vorösterlichen Spaziergang hielten sich der 50-jährige Heinrich H., seine Kinder Corinna (10) und David (12) sowie der Bekannte Josef K. (50) samt Sohn Bernhard (13) und Freund Raffael B. (12) bei einem Fischteich 500 Meter südlich des Trauner Jugend-Feuerwehrdepots auf. Heinrich H. hatte einen Sprengsatz dabei: eine vermutlich mit Schwarzpulver gefüllte, zehn Zentimeter lange CO2-Patrone, wie sie auch in Sodaflaschen verwendet wird. Als Initialzünder hatte der Familienvater einen Schweizerkracher mit, den er in der Mitte brach und in die Patrone steckte.
Josef K. entfernte sich von der Gruppe, um Fotos zu machen, Heinrich H. und die vier Kinder gingen ans Teichufer. Dort entzündete der Vater mit einem Feuerzeug den Kracher - doch ehe er den Sprengsatz ins Wasser werfen konnte, detonierte er schon. Die Explosion riss dem Mann alle fünf Finger der rechten Hand weg, verletzte ihn im Gesicht beim linken Auge.
Josef K., der die Explosion gehört hatte, lief sofort herbei, leistete dem Verletzten Erste Hilfe, lief dann voraus zum Feuerwehrdepot und alarmierte die Rettung. Als diese eintraf, erreichte auch H. mit den Kindern das Feuerwehrdepot. Während der Verletzte und Raffael, der über Ohrenschmerzen klagte, versorgt wurden, suchte ein Sanitäter an der Unglücksstelle nach den abgetrennten Fingern, fand vier davon und nahm sie mit ins Linzer AKH. Dort wurde Heinrich H. sieben Stunden lang operiert. Mikrochirurg Dietmar Hager konnte die zerfetzte Mittelhand wieder herstellen, aus rekonstruiertem Daumen und kleinem Finger eine „Zangenhand“ bilden. Die anderen Finger waren so zerstört, dass sie nicht gerettet werden konnten.
Fotos: AKH
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