06.04.2007 20:32 |

Unfreiwillig nüchtern

Venezuelas Präsident verbietet Oster-Besäufnis

Der oft als populistisch kritisierte venezolanische Präsident Hugo Chávez hat seinen Landsleuten mit einer äußerst unpopulären Maßnahme Alkohol zu Ostern verboten. Während der Osterwoche durfte Alkohol nur zwischen 10.00 und 17.00 Uhr verkauft werden. Am Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag ist sogar jeglicher Verkauf von Alkohol verboten. Die umstrittene Maßnahme soll die traditionell hohe Zahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle an Feiertagen vermindern, sagte Innenminister Pedro Carreño.
Viele gewitzte Venezolaner tricksen die Regierungsmaßnahme aus. Wer nicht schon vorher zu Hause genügend Hochprozentiges gebunkert hat, bekommt eine Flasche Rum unter dem Ladentisch oder durch kleine Klappen in den Türen der vermeintlich geschlossenen Alkoholgeschäfte zugeschoben. Andere verkaufen Schnaps als "Fruchtsaft" oder "Brause" getarnt. Viele Bars erklärten sich auch kurzerhand zur geschlossenen Gesellschaft, wo hinter verschlossenen Türen weiter Alkohol serviert wurde. Andere Kneipen servierten Bier sogar ganz offen in Kaffeetassen mit Blümchenmuster.


Die Behörden räumten ein, dass sie viel zu wenig Personal haben, um das Verbot effektiv zu kontrollieren. Allerdings seien in der Hauptstadt Caracas bereits gegen 70 Geschäfte Bußgelder in Höhe von umgerechnet 550 bis 800 Euro wegen des Ausschanks von Alkohol verhängt worden.