Mutter mit über 60

Mitschüler halten mich für die Oma meines Buben

Oberösterreich
29.03.2007 18:57
Das ganze Land spricht über eine 66-jährige Steirerin, die ein Baby gebar. 1999 bekam eine damals 57-jährige aus dem Bezirk Linz-Land nach sieben Behandlungen um eine Million Schilling einen Sohn. Der Bub besucht mittlerweile die Volksschule. Seine späte Mutter steht immer noch zu ihrer Entscheidung: „Die anderen Schulkinder halten mich oft für seine Oma. Aber der Bub hat kein Problem damit. Er ist stolz auf mich, und es geht ihm auch nichts ab!“

„Ich hab´ mein Leben genossen. Ich hab´ vorher auch schon zwei Kinder gehabt, musste damals aber arbeiten gehen. Für meinen Buben hab´ ich jetzt mehr Zeit als für die anderen Kinder. Sicher, ich kann mit ihm nicht dieselben Sachen machen wie als junge Mutter. Turnen und Rennen sind seit meinem Herzinfarkt vor zwei Jahren nicht mehr drinnen“, berichtet die heute 63-jährige mehrfache Oma. „Meinem Sohn geht nichts ab. Er fährt Ski, geht Rollerskaten, Eislaufen und ist im Fußballverein. Die anderen Mütter schneiden mich nicht, und es gibt auch keine abfälligen Bemerkungen.“

Leicht trotziger Nachsatz: „Jüngere schauen oft älter aus als ich.“

Die Pensionistin hatte sich damals ihre Entscheidung nicht leicht gemacht: „Eine Adoption hat man mir verweigert, ich hätte nur ein Pflegekind bekommen - und das wollte ich meinem Mann nicht antun.“

Sie ist überzeugt, dass ihr Sohn kein Problem mit seiner alten Mutter und dem zehn Jahre jüngeren Vater hat: „Er wird sicher erfahren, wie er entstanden ist. Aber er muss erst die nötige Reife dazu haben.“

 

 

Symbolfoto: Sepp Pail

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