Die Präsidentinnen

Worte, scharf wie Waffen

„Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab haben nunmehr auch schon 17 Jahre am Buckel. In der Inszenierung von Peter Malzer in der Bruckmühle Pregarten kommen sie aber taufrisch und altersgrantig daher wie zu den Anfängen der „Fäkaliendramen“. Da fliegen die Worte, scharf und mörderisch wie Waffen…

„Die Präsidentinnen“ leben (und sterben) mit der adäquaten Besetzung. In der Bruckmühle hat man dafür zumindest ein Juwel gehoben: Maria Knierzinger keift und betet und jammert als Erna durch die Szenerie. Es ist eine Freude, ihr zuzuschauen und vor allem zuzuhören. Als ebenbürtige Partnerin träumt sich Karin Handlbauers „Grete“ durch die Phantasien von einem besseren Leben. Diesen Schwab´schen Prachtweibern kann die blutjunge Veronika Schmidinger (zu) wenig Paroli bieten, obwohl sie als Mariedl den Schlüssel in der Hand hat, ihren Freundinnen den scheinheiligen Heiligenschein vom Gesicht zu reißen. Hier wäre die Regie, ebenso wie in den „Kampfszenen“, noch etwas gefordert gewesen.

Kostümbildnerin Anne Buffetrille hat ein messie-mäßig zugemülltes Schlafzimmer als Bühne gebaut. Dazu orgelt Ursula Quast auf ihrer Ziehharmonika. Sehenswert!

 

 

Foto: Bruckmühle Pregarten/ Herbert Prieschl

Mittwoch, 23. Juni 2021
Wetter Symbol