Unglücksfrachter
“Excelsior” hatte Riss im Rumpf
Die Sperrung verursacht nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt für jedes vor Anker gegangene Schiff rund 2.000 Euro Betriebskosten pro Tag. Für die Bergung der Container setzten die Experten auch ein Taucherglockenschiff und mehrere Kranschiffe ein. Die Tauchglocke wurde auf den Grund des Rheins hinuntergelassen und mit Luftüberdruck gegen eindringendes Wasser geschützt. So konnten Fachleute ohne Tauchausrüstung auf dem Grund des Flusses Hebeseile an dem Container befestigen.
Ein Spezialkran hob dann den ersten Container aus der Fahrrinne. Bereits am Montag war einer der drei über Bord gegangenen Gefahrgut-Container geborgen worden. Insgesamt hatten sich nach der Havarie 17 Container in Ufernähe befunden. Weitere 14 sind in der Fahrrinne gesunken.
Riss im Rumpf als Unglücksursache
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Duisburg war ein Riss im Rumpf der "Excelsior" vermutlich der Grund dafür, dass das Containerschiff in Schräglage geraten war. "Durch den Riss war Wasser eingedrungen, das Schiff neigte sich, und die Ladung geriet ins Rutschen", sagte Oberstaatsanwalt Detlef Nowotsch dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Sachverständige seien beauftragt worden, die den genauen Hergang klären sollen.
Das Wasser- und Schifffahrtsamt ging am Dienstag weiterhin von einer Sperrung des Rheins bis Freitag aus. "Wir tun alles, dass es schneller geht", sagte die Leiterin Birgitta Beul. "Jede Stunde zählt", erklärte Minister Tiefensee.
Millionenschaden für Reeder
Die Binnenschifffahrt rechnet mit einem Millionenschaden für die Reeder. "Solche Schäden werden von niemandem bezahlt. Das ist höhere Gewalt", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt, Jens Schwanen. Zu den Kosten für die wartenden Schiffe kämen noch die Belastungen für Schiffe hinzu, die wegen der Sperrung nicht losgefahren sind oder in entfernten Häfen ankern.
Ausfallversicherungen gebe es in der Branche allgemein nicht. Schadenersatzforderungen gegen den Verursacher dürften zudem wenig Aussicht auf Erfolg haben, erklärte der Jurist.
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