Druck zu hoch
Riesige Flutwelle durch berstenden Vulkan
Nur ein Denkmal für die 151 Toten eines ähnlichen Naturereignisses vor 54 Jahren wurde beschädigt. Damals entgleiste ein Zug Minuten, nachdem eine Flutwelle aus dem Kratersee die Eisenbahnbrücke weggerissen hatte. Die Regierung hatte seitdem ein umfangreiches Alarmsystem installiert. Jetzt hatte sie das nationale Krisenzentrum alarmiert, dessen Einsatz aber nicht nötig war. "Das Wasser ergoss sich in die erwartete Bahn, und das Frühwarnsystem funktionierte genau wie geplant", sagte Umweltminister Chris Carter.
Schmelz- und Regenwasser standen seit Jänner fast bis zur Kante des Vulkankraters rund 250 Meter unterhalb des 2.797 Meter hohen Gipfels. Wissenschaftler wussten, dass der Kraterrand dem Wasserdruck auf Dauer nicht standhalten würde. In dem 17 Hektar großen Vulkankegel hatte sich seit dem Ausbruch 1996 Wasser gesammelt. Heftige Niederschläge versetzten die Experten dann am Samstag in erhöhte Alarmbereitschaft.
Die Flutwelle ergoss sich durch das Tal des Flusses Whangaehu und an dem Dorf Tangiwai vorbei ins Meer. Hunderte von Menschen saßen stundenlang fest, weil die Hauptstraße zwischen der Hauptstadt Wellington und der größten neuseeländischen Stadt Auckland gesperrt wurde. Auch die Züge wurden angehalten. Wegen des schlechten Wetters waren nach Angaben des Ministers für Zivilverteidigung, Rick Barker, auch keine Wanderer auf dem höchsten Berg der Nordinsel unterwegs.
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