16.03.2007 18:49 |

Schwer misshandelt

Oppositionsführer in Simbabwe bittet um Hilfe

Der Oppositionschef von Simbabwe, Morgan Tsvangirai, der knapp eine Woche nach seiner Misshandlung in Polizeihaft das Krankenhaus im Rollstuhl verlassen hat, zeigt sich kämpferisch und ungebrochen. Er wolle weiter kämpfen, bis sich sein Land von der autoritären Regierung Präsident Robert Mugabes befreit habe, sagte der Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC).

Auf einer Pressekonferenz sowie in einem Beitrag für die liberale britische Zeitung "The Independent" rief Tsvangirai die Staatengemeinschaft zur Hilfe beim politischen Wandel in seiner Heimat auf. Er und seine Mitstreiter von der MDC würden den Kampf für Demokratie trotz der Gefahren fortsetzen.

In dem noch im Spital geschriebenen Beitrag warf er der Polizei vor, ihn "mit einer Orgie schwerer Schläge" gefoltert zu haben. "Doch sie werden niemals meine Seele brechen. Ich werde weiterkämpfen, bis Simbabwe frei ist." Der demokratische Wandel sei nicht mehr weit entfernt. Allerdings brauche die Opposition "die Unterstützung der Welt", so Tsvangirai.

Nach Angaben seiner Ärzte hat sich der Verdacht auf eine Hirnverletzung oder einen Schädelbasisbruch nicht bestätigt. Die Misshandlung des MDC-Parteichefs und mehrerer Dutzend Oppositioneller bei einer Protestveranstaltung hatte weltweit Proteste ausgelöst. Mugabe hatte diese am Vortag jedoch zurückgewiesen. Aus den Armenvierteln am Rande der Großstädte gab es unterdessen weitere Berichte über Proteste gegen die Regierung Mugabes.

Der britische UN-Botschafter Parry hat angekündigt, dass seine Regierung die Krise in Simbabwe vor den Weltsicherheitsrat bringen will. Allerdings ist umstritten, ob das Thema in den UN- Sicherheitsrat gehört. Afrikanische Diplomaten vertreten die Meinung, es handle sich um einen begrenzten nationalen Konflikt, der keine Gefahr für den Weltfrieden darstelle und deshalb nicht vor die Vereinten Nationen gehöre.