Ganz ohne Strom

Korn rocken auch “Unplugged”

Musik
09.03.2007 17:04
Wie kaum eine andere Band verkörperten Korn Ende der Neunziger mit ihrem Brachialo-Sound den Nu Metal. Im Rahmen der legendären MTV-Unplugged-Reihe beweisen die Burschen jetzt, dass sie auch ohne meterhohe Verstärkerwände im Rücken eine gute Figur machen.
kmm

Dass eine Band wie Korn einen Unplugged-Auftritt wagen würde, damit hätten wohl viele Fans nicht gerechnet. Schließlich stehen die Mannen rund um Frontmann Jonathan Davis normalerweise hauptsächlich für eines: Lautstärke. Auf die mussten die Burschen bei ihrem Akustik-Auftritt des Musiksenders MTV allerdings fast zur Gänze verzichten.

Zu stören scheint es sie jedoch nicht sonderlich. Fieldy slappt auch weiterhin genüsslich auf seiner Bassgitarre, Munky greift nicht weniger heftig in die Saiten und Drummer David tauscht einfach Sticks gegen Besen. Jonathans Ansage, sie seien noch nicht so sehr an "dieses Akustik-Ding" gewöhnt, will man da eigentlich nicht so recht glauben.

Der Fairness halber muss jedoch auch gesagt werden, dass Korn bei der Neuinterpretation solch famoser Hits wie "Blind", "Falling away from me", "Got the life" oder "Hollow Life" tatkräftig unterstützt werden. Mit allerlei Klavier, Percussion, Cello und Backing-Vocals verpassen Korn und ihre Helferlein den altbekannten Songs ein vollkommen neues Gewand. Da entstehen plötzlich Harmonien, wo man vorher nicht einmal eine Melodie geglaubt hätte. 

Und obwohl er es eigentlich nicht nötig hätte, hat sich auch Sänger Davis bei zwei Songs unter die Arme greifen lassen. Amy Lee, grandiose Stimme von "Evanescence", macht das ohnehin schon großartige "Freak on a leash" zu einer herzergreifenden Ballade, während Robert Smith und seine Mannen von "The Cure" ihr "In between days" mit Korns "Make me bad" mischen. Bewegend. Das gleiche gilt übrigens auch für Korns Version des Radiohead-Klassikers "Creep".

Doch bevor die Fans jetzt befürchten, dass Korn zu reinen Weichspüler-Poppern verkommen sind: Trotz aller Sanftheit, den Flamenco- oder gar Jazz-Einflüssen haben Korn nichts von ihrer verstörenden Art eingebüßt. Auf "Falling away from me" oder "Got the life" lassen sie immer noch die Sau raus - nur eben ohne Strom. 

Kurzum: Der optimale Zeitvertreib bis zum neuen, wieder laut krachenden Studio-Album von Korn, welches noch heuer erscheinen wird. Einen ersten Vorgeschmack darauf dürfte es am 2. Juli geben, dann kommen Korn nach Österreich. Tickets gibt's über die Infobox.

Fazit: 9 von 10 Schafen im Wolfspelz

von Sebastian Räuchle

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