Rinnende Nasen

Pollen fliegen vier Wochen zu früh

Kein Ende mit rinnenden Nasen: Die Grippewelle in Oberösterreich ist noch nicht überstanden, da grassiert auch schon der Heuschnupfen. Der Grund: Es fliegen schon die Pollen, vier Wochen früher als sonst. Der „Frühling im Winter“ macht Allergikern zu schaffen.

„Es war ja nie richtig Winter, Ende Jänner waren die Würstel an den Haselsträuchern schon aufsprungbereit“, beobachtete Primar Dr. Herwig Schinko, Leiter der Lungenabteilung im Linzer AKH. Dabei ist die erste Belastungswelle für Allergiker fast vorbei, aber auch alle anderen Gewächse sind heuer früher dran.

In den Spitälern sind die Betten noch von Patienten mit so genannten grippalen Infekten belegt, auch die echte Influenza mit schwerem Krankheitsbild tritt heuer gehäuft auf. „Dabei sind vor allem die unteren Atemwege betroffen. Bei den Allergien aber eher Augen, Nase und Rachen“, erklärt Schinko.

Etwa jeder dritte Oberösterreicher leidet irgendwann in seinem Leben an allergischen Reaktionen. Schinko rät: „Die Natur beobachten und Beschwerden rechtzeitig behandeln.“

Stichwort: Die Blüte des Haselstrauchs ist in Oberösterreich fast vorbei und nur noch in höheren Lagen anzutreffen, dafür fliegen derzeit die Pollen der Erle. Ebenso blühen Ulme, Weide, Ahorn, Pappel und Eibe - auf sie reagieren Allergiker meist weniger heftig. Mit den Eschen ist in 23 Tagen zu rechnen, der Wind weht deren Pollen aber aus dem Süden bis in unser Bundesland. Die Birke hat noch 21 Tage bis zur Blühbereitschaft. Normalerweise beginnt die Gräserblüte im April und dauert bis Herbst, heuer dürfte es früher losgehen.

 

 

Symbolfoto: Reinhard Holl

Samstag, 19. Juni 2021
Wetter Symbol