Ghost Rider basiert auf einem Comic, der hierzulande wohl eher nur Insidern ein Begriff ist. Johnny Blaze, ein richtiger Draufgänger und erstklassiger Stuntman, will sich nicht damit abfinden, dass sein Vater dem Tod geweiht ist. Selbst seine Seele als Preis erscheint ihm dabei nicht zu hoch. Es gibt nur den einen der für diese Gegenleistung zur Hilfe bereit ist: der Höllenfürst höchstpersönlich.
Nur leider ist Satan nicht die Sorte von Geschäftspartner, welche der Seriosität verpflichtet ist und so findet sich Johnny alsbald als kettenschwingender Biker der Hölle wieder, der als düsterer Racheengel des Teufels agiert. Nun wartet seine größte Herausforderung, denn niemand geringerer als Satans Sohn, Blackheart, soll von ihm gestoppt werden.
Beim Start des Spiels wird die Geschichte in Form von Comicseiten recht ansprechend präsentiert, wobei die Figur im Spiel dann auch nicht Nicolas Cage, sondern der Comicvorlage ähnelt. Danach beginnt das Gemetzel, in dem ein Abschnitt nach dem anderen von den Gegnern befreit werden muss. Leider artet das Ganze in wildes Button-Smashing aus, denn obwohl Johnny verschiedene Schlagkombinationen, die nach und nach erweitert werden können, und eine Schrotflinte zur Verfügung stehen, ist ein durchdachter Einsatz nicht notwendig, um im Spiel voranzukommen.
Rätsel sind keine vorhandenen, so dass einfach stupide ein Gegner nach dem anderen verdroschen wird. Hier und da darf sich Johnny dann auf sein Bike schwingen, jedoch sind auch diese Sequenzen, die wenigstens für etwas Abwechslung sorgen, nicht besonders gut gelungen.
Bei der Steuerung scheint "God of War" Pate gestanden zu haben, ohne das "Ghost Rider" auch nur annähernd dessen Qualität erreicht. Grafisch präsentiert sich das Spiel ziemlich durchschnittlich, wobei hier die nicht immer sehr schön anzusehenden Animationen ein wesentliches Manko sind. Deshalb sei nur am Rande erwähnt, dass auch eine gewisse Detailarmut in den einzelnen Levels zu bemerken ist.
Soundseitig tut sich ebenfalls nichts Aufregendes. Wiederum bekommt der Spieler lediglich durchschnittliche Kost vorgesetzt.
Fazit: "Ghost Rider" ist leider eine typische Filmumsetzung geworden. Die relativ lieblose Aneinanderreihung verschiedenster Spielelemente zu einem Flickwerk ergibt ein durch und durch durchschnittliches Spiel. Lediglich treue Fans des Ghost Rider werden damit eine Freude haben. Alle anderen sollten den Höllenritt von Johnny Blaze lieber in filmischer Form oder als Comic genießen.
Plattform: PS2 (getestet), PSP, GBA
Publisher: 2K Games
Krone.at-Wertung: 71%
von Harald Kaplan
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