Fragwürdige Infos
US-Atomvorwürfe an Nordkorea zweifelhaft
Nordkorea habe sich zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit Material für eine Nuklearproduktion besorgt, die Informationen über ein Programm für die Entwicklung von Atomwaffen seien aber nicht so zuverlässig gewesen, gestand der Nordkorea-Geheimdienstexperte Joseph DeTrani laut der "Washington Post" vor dem Streitkräfteausschuss des US-Kongresses ein.
Auch der US-Chefunterhändler bei den Nordkorea-Verhandlungen im Rahmen der so genannten Sechser-Gruppe (Nord- und Südkorea, China, USA, Russland und Japan), Christopher Hill, hat laut "Washington Post" inzwischen Zweifel daran geäußert, ob Nordkorea über die technischen Mittel für eine Atomwaffenendproduktion verfüge. Auch der unterirdische Bombentest Nordkoreas im Oktober 2006 gibt laut US- Geheimdienstexperten keine eindeutigen Hinweise darauf, dass es sich wirklich um einen Atombombe gehandelt habe, heißt es in dem Zeitungsbericht.
Diese Einschätzungen bedeuten eine Abkehr von den bisherigen Formulierungen aus Washington. US-Präsident George W. Bush hatte Pjöngjang wiederholt beschuldigt, den Bau von Nuklearwaffen voranzutreiben. Allerdings hatte die US-Regierung den Bombentest im vergangenen Oktober stets sehr vorsichtig interpretiert und betont, es gebe keinen Beleg dafür, dass es sich wirklich um eine nukleare Bombe gehandelt habe.
Die "New York Times" interpretierte die überraschend vorsichtigen Formulierungen der US-Regierung über das Atomprogramm Nordkoreas als taktische Vorbereitung der bereits vereinbarten internationalen Inspektionen der nordkoreanischen Atomanlagen. Dann könnte sich nämlich rasch herausstellen, das Pjöngjang gar nicht über die Mittel verfügt, hochangereichertes Uran herzustellen. Inzwischen gebe es in Washington erhebliche Zweifel, ob die harte US-Strategie, die Nordkorea ein Atomwaffenprogramm unterstellte, richtig gewesen sei.
Am 5. und 6. März wollen die USA und Nordkorea in New York Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen aufnehmen. Das Treffen sei allerdings lediglich "ein erster Schritt" zur Normalisierung, betonte am Dienstag das US-Außenministerium. Nordkorea hatte am 13. Februar in Peking bei den Sechser-Gesprächen zugestimmt, sein umstrittenes Atomwaffenprogramm schrittweise aufzugeben. Pjöngjang sicherte zu, seine einzige Atomanlage innerhalb von 60 Tagen "mit dem Ziel einer letztendlichen Aufgabe zu schließen und zu versiegeln". Im Gegenzug soll das verarmte Land massive Energie- und Wirtschaftshilfen bekommen.
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