Madrid-Prozess
Madrid-Attentäter verurteilt Anschlag
Gleichzeitig bestritt der Angeklagte, dass er zu Al Kaida oder einer Gruppe gehört, die mit dem Terrornetzwerk zusammenarbeitet. Die Staatsanwaltschaft fordert mehr als 38.000 Jahre Haft für Zougam.
Der Prozess um die Madrider Anschläge, bei denen 191 Menschen ums Leben gekommen waren, hatte am Donnerstag begonnen. Am Freitag hatte sich Zougam erstmals geäußert und jede Schuld bestritten.
Zougam unterhielt in Madrid einen Telefonladen. Er soll Bauteile von Handys geliefert haben, mit denen die Zeitzünder der Bomben gebastelt wurden.
Gerichtssaal gleicht einer Festung
Dem Prozess wohnten auch zahlreiche Opfer der Anschläge bei. Einige von ihnen wurden von Psychologen begleitet, da die Erinnerung an das Grauen vor drei Jahren ihnen stark zusetzte. Mehr als ein Viertel der Opfer befindet sich heute noch in psychiatrischer Behandlung. Unter den insgesamt 29 Angeklagten sind 15 Marokkaner, 9 Spanier, 2 Syrer sowie je ein Ägypter, Algerier und Libanese.
Der Prozess findet in einer Messehalle im Stadtpark Casa de Campo statt, die die Polizei mit ihren Sicherheitsvorkehrungen in eine wahre Festung verwandelt hatte. Ein Teil der Angeklagten verfolgt die Verhandlungen in einem Kasten aus kugelsicherem Glas.
Über 600 Zeugen geladen
Das Gericht wird über 600 Zeugen und 100 Sachverständige anhören. Es steht unter Zeitdruck, da bei eventuellen Verzögerungen ein Teil der Angeklagten aus der Untersuchungshaft entlassen werden müsste. Die Obergrenze für die U-Haft liegt in Spanien bei vier Jahren. Der Vorsitzende Richter Javier Gómez Bermúdez verfolgte einen straffen Verhandlungsstil und ließ keine Einwände zu.
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