29.01.2007 10:23 |

Blutbad im Irak

Irakische und US-Truppen töten 300 Bewaffnete

Soldaten aus den USA und dem Irak haben nach Angaben der irakischen Polizei am Sonntag etwa 300 Bewaffnete nahe der südirakischen Pilgerstadt Najaf getötet. Die Kämpfe hätten den ganzen Sonntag über angedauert und seien auch mit bei Einbruch der Nacht fortgesetzt worden. Kurz vor dem Höhepunkt des schiitischen Ashura-Festes am Montag und Dienstag starben zudem mehrere Menschen bei Gewalttaten. Präsidentschaftsbewerberin Hiillary Clinton hat unterdessen Präsident Bush aufgefordert, bis zum Ende seiner Amtszeit alle Truppen aus dem Irak abzuziehen.

Auch US-Panzer und Hubschrauber seien der Polizei zufolge eingesetzt worden. Nach Angaben aus politischen Kreisen der Schiiten waren unter den Bewaffneten offenbar sowohl sunnitische Araber als auch Schiiten, die loyal zu dem Geistlichen Ahmed Hassani stehen.

Zuvor hatte der Gouverneur von Najaf, Assad Abu Kalal, berichtet, bei Zusammenstößen zwischen Bewaffneten und Sicherheitskräften in und um die Stadt seien mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. In Najaf sind zum Schutz schiitischer Pilger zum derzeitigen Ashura-Fest rund 25.000 zusätzliche Polizisten im Einsatz. In den vergangenen Jahren waren mehrfach Anschläge auf die Pilger verübt worden.

Auch im Rest des Landes hält die Gewalt weiter an. Bei einem Anschlag auf eine Schule in Bagdad wurden fünf Mädchen getötet. Ebenfalls in Bagdad erschossen Unbekannte einen Mitarbeiter des irakischen Industrieministers und drei seiner Begleiter. Zudem riss in der Hauptstadt eine Autobombe auf einem Markt nach Polizeiangaben vier Menschen in den Tod. Bei einer weiteren Bombenexplosion wurde noch ein Mensch getötet. Bei der Explosion einer Autobombe in Kirkuk starben acht Menschen.

Hillary Clinton fordert Irak-Truppenabzug bis 2009
Die amerikanische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat unterdessen Präsident Bush aufgefordert, bis zum Ende seiner Amtszeit im Jänner 2009 alle Truppen aus dem Irak abzuziehen. Es wäre "der Höhepunkt an Unverantwortlichkeit", wenn Bush den Irak-Krieg an seinen Nachfolger im Weißen Haus weitergeben würde, sagte Clinton am Sonntag bei ihrem ersten Wahlkampfauftritt in Davenport im US-Staat Iowa.

"Es war seine Entscheidung, mit einem schlecht entwickelten Plan und einer unfähig ausgeführten Strategie in den Krieg zu ziehen", erklärte Clinton. "Wir erwarten von ihm, dass er unser Land davon befreit, bevor er das Amt verlässt."

Das Weiße Haus kritisierte die Äußerungen der Senatorin von New York. Es handle sich um reine Wahlwerbung, die den Einsatz der US-Streitkräfte untergrabe. Zurzeit befinden sich 130.000 US-Soldaten im Irak. Bush hat die Entsendung von 21.500 weiteren Soldaten angekündigt.