Wetterkapriolen

Wetterkapriolen in Europa und den USA

Ausland
15.01.2007 07:16
Umgestürzte Bäume und zerstörte Stromleitungen: Über Teile Europas sind erneut heftige Winde und Regenschauer hinweggefegt. In Schweden sind zwei Menschen bei orkanartigen Unwettern ums Leben gekommen. Auch in den USA haben Schneestürme vor allem im Westen schwere Verwüstungen angerichtet, mindestens 14 Menschen sind dabei ums Leben gekommen.

Bei Schneestürmen vor allem im Westen der USA sind mindestens 14 Menschen gestorben. "Ganze Bundesstaaten sind wie in Eis getaucht", berichtete ein Fernsehsender. Hunderttausende Häuser waren zeitweise ohne Elektrizität, nachdem unzählige Strommasten unter der Schneelast zusammengebrochen waren. Auch der Flugverkehr war massiv beeinträchtigt. Im Sonnenstaat Kalifornien sanken die Temperaturen am Wochenende auf bis zu minus zehn Grad Celsius. Nun sind Medienberichten zufolge große Teile der Zitronenernte in Gefahr.

200.000 schwedische Haushalte ohne Strom
Bei schweren Stürmen mit orkanartigen Winden (siehe Bild) kamen in Schweden mindestens drei Menschen ums Leben. Ein neunjähriger Junge sei von einem Baum erschlagen worden, teilte die Polizei am Sonntag mit. Ein Mann starb in seinem Auto, als dieses von einem Baum getroffen wurde. Auf ähnliche Weise kam im Südwesten des Landes ein junger Lastwagenfahrer ums Leben. 

Nach Angaben von Versorgungsunternehmen waren schätzungsweise 200.000 Haushalte ohne Strom. Zahlreiche Straßen waren von umgestürzten Bäumen blockiert. Der Zug- und Fährverkehr wurde unterbrochen. Die Öresund-Brücke zwischen Dänemark und Schweden war zeitweise gesperrt.

Ölpest vor Norwegens Küste
Eine Ölpest hat am Wochenende nach einer Frachter-Havarie bei stürmischer See die norwegische Westküste bedroht. Ein zyprisches Schiff war am Freitagabend auf dem Weg in den russischen Hafen Murmansk in der Nähe von Bergen auf Grund gelaufen und in zwei Teile gebrochen. Der Frachter "Server" hatte rund 600 Tonnen Treibstoff an Bord. 370 Tonnen liefen aus und bedrohen ein Vogelschutzgebiet nahe der Inselgemeinde Fedje. Rettungskräfte konnten am Sonntag 130 Tonnen Öl bergen.

Verheerende Überschwemmungen in Malaysia 
Schwere Regenfälle in Südmalaysia haben mehr als 90.000 Menschen in die Flucht getrieben. In vielen Dörfern in der südlichsten Provinz Johor stand das Wasser am Sonntag bis zur Dachkante, und die Pegel steigen noch. Die Menschen, die aus ihren Häusern flüchten mussten, wurden in Notunterkünften untergebracht. Die selbst für die Regenzeit ungewöhnlich heftigen Regenfälle der vergangenen vier Wochen haben eine der schlimmsten Überschwemmungen in 100 Jahren ausgelöst. Die Schäden werden auf umgerechnet rund 15 Millionen Euro geschätzt.

Stromausfälle in Polen
Mehrere tausend Menschen waren am Samstag in der ostpolnischen Region Podlachien ohne Strom. Herabstürzende Bäume hatten Stromleitungen unterbrochen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP. Besonders betroffen waren ländliche Regionen um die Kleinstadt Lomza. Dort mussten die Mitarbeiter der Elektrizitätswerke bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Leitungen nach Sturm-Havarien wieder instandsetzen.

Österreicherin von umfallendem Grabstein schwer verletzt 
Eine 72-jährige Österreicherin ist am Freitag schwer verletzt worden, als sie im Sturm bei einem Friedhofsbesuch von einem umstürzenden Grabstein getroffen wurde. Zum Zeitpunkt des Unglücks habe orkanartiger Wind und Regen geherrscht.

Wärmster Winter seit 150 Jahren in Italien
Italien erlebt den wärmsten Winter seit 150 Jahren: Bereits seit vergangenem Oktober lägen die Temperaturen um drei bis fünf Grad über den zu dieser Jahreszeit üblichen Höchstwerten, zitierten italienische Medien am Sonntag Meteorologen. Außergewöhnlich warm sei es vor allem im Norden, wo teilweise Temperaturen von rund 20 Grad gemessen wurden. 

Spitzenreiter war am Wochenende Aosta, wo die Quecksilbersäule auf 22 Grad kletterte. In Rom stiegen die Temperaturen immerhin auf rund 16 Grad. In vielen süditalienischen Regionen blühen bereits die Mandelbäume.

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