14.01.2007 13:19 |

Tanker gesunken

Ölpest bedroht nach Schiffsunglück Norwegen

Eine Ölpest hat am Wochenende nach einer Frachter-Havarie die norwegische Westküste bedroht. Das zyprische Schiff war am Freitag auf dem Weg in den russischen Hafen Murmansk im Sturm nahe Bergen auf Grund gelaufen und in zwei Teile gebrochen. Der Frachter "Server" hatte rund 600 Tonnen Öl an Bord. Fast 300 Tonnen liefen aus und trieben auf ein Vogelschutzgebiet nahe der Inselgemeinde Fedje zu.

Rettungskräfte versuchten am Sonntag zu verhindern, dass noch mehr Öl ausläuft. "Ganz Fedje ist von Öl umgeben, es dringt in alle Buchten", sagte ein Kommunalpolitiker der Zeitung "Aftenposten".

Ein Teil des 180 Meter langen Schiffs konnte in einen Hafen geschleppt werden, das Heck versank. Die 25 Besatzungsmitglieder wurden mit einem Hubschrauber gerettet, verletzt wurde niemand. Das Schiff hatte keine Fracht an Bord. Grund für das Unglück könnte nach Angaben des Kapitäns ein Maschinenschaden sein. Die Reinigungsarbeiten könnten bis zu sechs Monate dauern, hieß es.

Der heftige Sturm sorgte auch in anderen Teilen Skandinaviens für schwere Schäden. In Schweden wurden Fähr- und Zugverbindungen am Sonntag unterbrochen, darunter auch die Schiffsverbindung nach Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern). 45.000 Haushalte waren durch umgestürzte Bäume von Stromausfällen betroffen, schätzten schwedische Energieunternehmen. Die Öresund-Brücke zwischen Schweden und Dänemark war zeitweise gesperrt. Im Norden Jütlands (Dänemark) wurden lokalen Radiosendern zufolge etwa 100 Sommerhäuser überflutet.

Tanker war unbeladen - nur Reste ausgelaufen
Die „Server“ war zum Glück ohne Ladung unterwegs ins russische Murmansk und hätte im beladenen Zustand Tausende Tonnen Öl mehr an Bord gehabt. Trotz des hohen Seegangs ist die Ursache des Unglücks noch unklar, da die Wetterbedingungen zu dieser Jahreszeit als nicht außergewöhnlich für die Meeresregion gelten.

Symbolbild