12.01.2007 21:20 |

Putschversuch?

CSU will Stoiber angeblich zur Aufgabe bewegen

In der Spitze der bayerischen CSU gibt es nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Bestrebungen, Ministerpräsident und Parteichef Stoiber noch vor der Sommerpause zur Aufgabe seiner Ämter zu bewegen. Einen schnellen "Putsch" gegen Stoiber schlossen Präsidiumsmitglieder aber aus. Erst am Montag hatte die gesamte Führung der CSU sich in einem Beschluss einstimmig hinter Stoiber gestellt.

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Ingo Friedrich solidarisierte sich mit Stoiber. "Für mich ist der Beschluss des Präsidiums geltend. Ich fühle mich an diesen Beschluss gebunden", sagte Friedrich. Die CSU-Führung sagte Stoiber am Montag auch über die Landtagswahl 2008 hinaus Unterstützung zu. Stoibers anschließende Ankündigung, deshalb bis 2013 Ministerpräsident bleiben zu wollen, hatte allerdings heftigen Widerstand der CSU-Landtagsfraktion ausgelöst.

Nach der Eskalation in den vergangenen Tagen habe sich in der Spitze der CSU die Haltung verfestigt, dass Stoiber an der Spitze von Partei und Landesregierung nicht mehr zu halten sei. Zugleich herrsche unter ranghohen CSU-Politikern Einigkeit darüber, dass eine Lösung nur im Einvernehmen mit Stoiber denkbar ist, schrieb die "Süddeutschen Zeitung".

Offenbar habe es bereits die ersten Sondierungen gegeben, wie eine Nachfolge geregelt werden könnte. Nach "SZ"-Informationen ist Parteivize Seehofer ein klarer Favorit für den Posten des CSU-Chefs. Als neuer Ministerpräsident dürfte Innenminister Beckstein die besten Karten haben. Es hätten bereits "Truppenbewegungen" für Beckstein begonnen, hieß es.