Es ist ja streng verboten, immer, außer heute: Am Tag der Unschuldigen Kinder dürfen die Kleinen den Erwachsenen den Hintern versohlen - und dafür bekommen sie sogar Kletzenbrot oder ein paar Münzen! Denn diese Schläge sind sehr beliebt und sollen für das neue Jahr viel Glück und Segen bringen...
Aus den grünen Ästchen soll die Kraft auf den Geschlagenen überspringen und ihm im neuen Jahr viel Glück und das Allerbeste bringen. Dazu werden segnende Sprüche gerufen: "Tschapp, tschapp! Frisch und g'sund! Wünsch' a glückseliges neues Jahr, und a Christkindl mit gekrauste Haar!" Doch nur am Vormittag dürfen die Kinder mit Zweigen von Sträuchern oder Fichten losziehen; wer später noch mit seiner Rute unterwegs ist, kann ins Ofenloch gesteckt werden. Der alte Brauch hat je nach Region verschiedene Namen: Frisch und g'sund-Wichsen, Tschappen, Schappen oder Pisnen.
Unschuldiger Kindertag
Die Geschichte, die dem Tag den Namen "Unschuldiger Kindertag" gegeben hat, ist brutal: König Herodes hatte große Angst vor Jesus, der ja als neuer König angekündigt worden war. Also ließ er alle neugeborenen Buben umbringen, um damit auch seinen vermeintlichen Kontrahenten aus dem Weg zu räumen. Um diesen Kindermord zu sühnen, ziehen die Kinder heute noch an dem Tag mit Ruten umher.
Christina Natascha Kogler, Kärntner Krone
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