Gehalts-Streiterei

Ärger über Nulllohnrunde für Bürgermeister

Der Unmut unter den oberösterreichischen Bürgermeistern steigt. Wie berichtet, soll es im kommenden Jahr eine Nulllohnrunde für alle Ortschefs geben. Dieser Regelung stimmte im Landtag auch Gemeindebund-Präsident Johann Hingsamer von der ÖVP zu, obwohl er sich seit längerem für eine Gehaltserhöhung einsetzt.

"Mir blieb keine andere Möglichkeit. Ich habe bei der Nulllohnrunde für die Bürgermeister mitstimmen müssen, weil die Regelung im Paket für das Budgetbegleitgesetz war", knirscht Johann Hingsamer. Der 61-Jährige ist Gemeindebundpräsident, Bürgermeister von Eggerding (Bezirk Schärding) und ÖVP-Landtagsabgeordneter.

LH Stelzer den Unmut mitgeteilt
Unmittelbar nach dem Landtag hat er Landeshauptmann und Parteikollegen Thomas Stelzer in einem Brief seinen Unmut mitgeteilt. "2018 muss es endlich ernsthafte Gespräche geben", stellt Johann Hingsamer klar.

Oberösterreich ist Schlusslicht bei Gagen
Oberösterreich ist bei den Bürgermeistergagen im Bundesländerranking mittlerweile auf den letzten Platz abgerutscht. Der Abstand droht noch größer zu werden. "Im Bund wurde beschlossen, dass die Bürgermeister mit einem Einkommen unter 4300 Euro um 1,5 Prozent mehr verdienen sollen. Diese Regelung müssen wir übernehmen", fordert Hingsamer. Er muss sich immer mehr Beschwerden der Bürgermeister anhören. "Die Kritik kommt von Ortschefs aller Parteien!"

Forderung nach Anpassung des Gehaltssystems
Der Gemeindebund-Präsident fordert aber auch ein einheitliches Gehaltssystem. Derzeit wird bei der Gage zwischen Haupt- und Nebenberuflichkeit unterschieden. In einer Gemeinde mit 2000 Einwohnern gibt es entweder 3200 oder 2600 Euro brutto. "Eine Unterscheidung hat überhaupt keine Rechtfertigung mehr. Die Arbeit ist für beide die gleiche. Zu welcher Uhrzeit sie diese machen, ist völlig egal und jedem freigestellt. Die Verantwortung ist auch gleich groß!"

FPÖ steht auf der Bremse
Die Forderung ist an sich nicht neu. Seit drei Jahren bemüht sich der Gemeindebund-Chef um eine Angleichung. "Vor allem Regierungspartner FPÖ ist aber nicht bereit, in dieser Sache recht viel zu tun", so Hingsamer.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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