15.12.2017 15:04 |

Experte alarmiert

Wurde in Russland ein Atomunfall vertuscht?

Neue alarmierende Erkenntnisse um den Reaktor-Vorfall im russischen Atommeiler Majak, nachdem - wie berichtet - erhöhte Strahlenwerte in Europa gemessen wurden: Mit Satellitenaufnahmen will der Physiker Simon Proud von der Universität Oxford nachweisen, dass auch ein Unfall passiert sein könnte. Laut Ansicht der Grünen ist dieser vertuscht worden.

"Es muss Schluss sein mit im wahrsten Sinne des Wortes todsicheren Atomexperimenten in Europa", fordert Niederösterreichs Grün-Chefin Helga Krismer, die sich nach Bekanntwerden der Nuklearunfall-Indizien mit ihren Getreuen zur Mahnwache vor der russischen Botschaft in Wien begab.

Ausschlaggebend dafür waren die Aufnahmen des europäischen Satelliten "Sentinel 2" (Bild unten) zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Diese zeigen laut Proud, dass sich die Reaktoranlage baulich verändert habe. Dort, wo früher ein Dach war, sei zum späteren Zeitpunkt ein dunkler Fleck zu sehen, so der Wissenschaftler. Wie berichtet, waren wenig später erhöhte Ruthenium-106-Werte in Europa gemessen worden.

Ruthenium-106 auch in Österreich nachgewiesen
So hatte das Umweltministerium Anfang Oktober bekannt gegeben, dass die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) an mehreren Messstellen in Österreich in der Luft geringe Mengen an Ruthenium-106 nachgewiesen habe. Die Konzentration liege im sehr niedrigen Bereich von wenigen Millibecquerel pro Kubikmeter und sei radiologisch unbedenklich. Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt seien auszuschließen, hieß es damals.

Mark Perry/Christoph Matzl, Kronen Zeitung, krone.at

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