12.12.2017 16:39 |

Streit mit KAGes

Marjas Therapie kam zu spät

Eine 23-Jährige, die sich auf ein ereignisreiches Leben gefreut hat, ist nun als Querschnittgelähmte auf den Rollstuhl angewiesen. Dabei hätte ihre Autoimmunkrankheit Lupus zeitgerecht behandelt werden können, sagen Gutachten. Ihre Anwältin Karin Prutsch zieht vor Gericht, da ein Schlichtungsverfahren scheiterte.

Gestern Mittag, mitten in der Grazer Innenstadt: Marija P., 23 aus Weiz, sitzt in der Kanzlei von Dr. Karin Prutsch und berichtet von ihrem tragischen Fall. So hat sie im Juni 2012 wegen Schmerzen im Bereich der Finger, Knie und Knöchel ihren Hausarzt aufgesucht, der sofort die Verdachtsdiagnose einer rheumatischen Erkrankung stellte. Noch im August 2012 ließ sich Marija im LKH Graz stationär aufnehmen, im September wieder und im Oktober erneut. Aber erst im April 2013 wurde bei ihr die Autoimmunerkrankung Lupus erstmals vermutet.
"Hätten die Ärzte von Anfang an richtig behandelt, wäre meine Mandantin zu keinem Pflegefall geworden und wäre auch auf keinen Rollstuhl angewiesen", sagt Prutsch. Die drei behandelnden Ärzte hielten dagegen, dass dies den Krankheitsverlauf nicht geändert hätte.

Gutachten belasten
Daraufhin ließ Prutsch ein Gutachten einholen. "Der Sachverständige kam zu dem Ergebnis, dass eine überwiegende Wahrscheinlichkeit besteht, dass bei hoch dosierter Medikation im Herbst 2012 die Grunderkrankung im Frühjahr nicht aufgeflammt wäre." Beim folgenden Schlichtungsverfahren, vor dem zwei weitere Gutachten eingeholt wurden, zog die KAGes als Rechtsträger des LKH Graz ihr Einverständnis zur Durchführung überraschend zurück, wodurch der Gang vor das Zivilgericht nun unausweichlich ist. Es wird eine Schadensersatzsumme von 130.000 Euro gefordert und auch, dass die KAGes für alle zukünftigen Schäden haftet.
Für Marija, die in die Pflegestufe fünf eingestuft wurde, und ihren Mann geht der Leidensweg indes weiter. Ihre Lebensfreude hat sie aber nicht verloren: "Natürlich habe ich auch schlechte Tage, aber die positiven überwiegen. Wir versuchen, unser Leben zu leben."

Alexander Petritsch, Kronen Zeitung

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