Fusionspläne

Krankenkassa-Obmann schlägt Alarm

Die Überlegungen von ÖVP und FPÖ zu einer bundesweiten Fusionierung der Krankenkassen stoßen bei der OÖGKK und Ärztekammer auf heftigen Widerstand. Befürchtet wird nicht nur eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung von 1,2 Millionen Patienten im Land ob der Enns. Auch die Rücklagen von 503 Millionen Euro könnten nach Wien abfließen.

"Offensichtlich will man uns wie eine Weihnachtsgans ausnehmen und nach den Regierungsverhandlungen als Festmahl verspeisen", ist Gebietskrankenkassen-Obmann Albert Maringer gar nicht in Adventstimmung. Grund sind die derzeit laufenden Koalitionsgespräche zwischen ÖVP und FPÖ. Dabei wird auch über die Zusammenlegung der Krankenkassen nachgedacht. Aus Maringers Sicht käme das einer Entmündigung und Zwangsverstaatlichung gleich.

503 Millionen Euro wären weg
Krankenkassa-Direktorin Andrea Wesenauer warnt im Zuge der Zentralisierung von einer "kalten Enteignung" und vor einem Verlust der Rücklagen von 503 Millionen Euro. Nicht akzeptabel ist für sie die zentrale Einhebung aller Beiträge: "Bereits jetzt zahlen wir bei gewissen Beiträgen mehr ein als wir dann tatsächlich zurückbekommen."

Landeshauptmann soll helfen
Für den VP-nahen Ärztekammer-Präsidenten Peter Niedermoser wäre die Zusammenlegung der Krankenkasse auch traurig für viele Wähler. "Sie haben Veränderung gewählt und bekommen nun eine Zerstörung eines gut funktionierenden Systems!" Er befürchtet, dass durch die Zentralisierung es fast nur noch Privat-Ärzte geben würde. Niedermoser verlangt von  ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer Unterstützung. Dieser ist gesprächsbereit: "Wie auch immer eine Neuorganisation der Kassen aussieht. Das Beitragsaufkommen des Landes muss zur Gänze bei den Beitragszahlern ankommen. Die Rücklagen müssen im Land bleiben."

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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