Mi, 19. September 2018

US-Branche boomt

23.11.2017 06:00

Ihr Essen für die Zeit nach der Apokalypse

Naturkatastrophen, Atomkriege oder Wirtschaftskrisen - Horrorszenarien, die selbst in den zivilisiertesten Regionen der Welt offenbar schon morgen losbrechen können. Zumindest wenn man jenen Firmen glaubt, die an der Angst der Menschen sehr viel Geld verdienen. Besonders die Hersteller von Überlebenspaketen verdienen derzeit gutes Geld. Denn die Bewegung der sogenannten Prepper wächst.

Gefriergetrocknete Essensrationen, die sich bis zu 25 Jahre halten - damit macht die Wise Company derzeit das große Geschäft. Aber auch der Absatz von Wasserfiltern, Elektrogeneratoren und Erste-Hilfe-Sets boomt. Alleine in den letzten vier Monaten habe man über 40 Prozent mehr verkauft, berichtet der Geschäftsführer Aaron Jackson gegenüber "Bloomberg".

Doch nicht nur die Vorstadt-Amerikaner lagern die Wise-Essensrationen in ihren Kellern und Garagen ein. Auch das Krisenmanagement der USA griff nach Hurrikan "Maria" auf die Instant-Menüs der Firma zurück: "Ich war damals gerade mit meiner Familie Abendessen, als mich Michael Lee vom der Federal Emergency Management Agency anrief und sagte, er brauche ab morgen zwei Millionen Portionen unserer Fertignahrung. Für die Opfer in Puerto Rico", erzählt Jackson.

"Prepper"-Bewegung wächst weiter
Wise ist in den USA der Marktführer in Sachen Notfallrationen. Und seit die Bewegung der "Prepper" (vom engl. to prepare = vorbereiten), also jener Menschen, die systematisch für Notfälle Vorräte und Equipment einlagern, immer größer wird, boomt auch das Geschäft von Wise. Der Konzern bietet eine Vielzahl von Fertiggerichten an, die durch die Zugabe von Wasser essfertig gemacht werden. Von gefriergetrocknetem Gemüse über diverse Gerichte wie Boeuf Stroganoff, Müslis, Ei- und Milchpulver - bei Wise wird sogar das nackte Überleben zum Gourmeterlebnis.

Und wer in Friedenszeiten nicht auf seine gefriergetrockneten Hühnerstückchen verzichten will, kann auf die Camping-Menüs zurückgreifen. Alles natürlich bereits fein säuberlich portioniert und "ready to eat". Aktuell setzt Wise übrigens jedes Jahr 75 Millionen Dollar um. Allein in den letzten vier Jahren hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt.

Sogar Unis lagern Notfallmenüs ein
Denkt man übrigens an den typischen "Prepper" so sind das längst nicht mehr weiße Männer zwischen 30 und 65, die gerne jagen gehen und Waffen besitzen, wie Jackson verrät: "Auch immer mehr Frauen greifen zu unseren Produkten. Sie wollen damit oft die Versorgung ihrer Kinder im Ernstfall sicherstellen." Besonders Naturkatastrophen verunsichern die Menschen, betont der Geschäftsführer: "In Florida sind Flutkatastrophen und Hurrikans mittlerweile die Norm." Daher hätten auch einige Universitäten in der Region angefangen, Vorräte einzulagern.

Michaela Braune
Michaela Braune

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