Politische Kunst

Poesie der Globalisierung

Oberösterreich
29.12.2006 16:17
Politische Kunst ist in Wohlstandszeiten rar geworden. Das Wiener Künstlerehepaar Johanna und Helmut Kandl zählt daher zu den Exoten der österreichischen Kunstszene. Sie fragen sich anhand von Gemälden, Videos und Reisesouvenirs im Lentos: Wie viel kosten die Träume am Rande des Kapitalismus?

Ihre Themen finden sie auf Reisen in Länder, die von fragilen Wirtschaftslagen überschattet sind. Von diesen „Feldforschungen“ bringen sie Fotos und Videos mit. Und jene typischen, „sinnlosen“ Souvenirs, die man aus Verlegenheit oder Mitleid ersteht. Mit diesen Elementen bestücken sie eine großartige Werkschau, die Kritisches, aber auch Poetisches über Europa und die Globalisierung aussagt.

Johanna Kandls Bilder zeigen Taschen- oder Schalverkäufer, Badende am See oder aber Menschen, die in Slums leben. Helmut Kandl lässt Impressionen in Videos einfließen, die Fakten und Fiktion vermischen. So erzählt er etwa von Einsteins Tochter, die in die Zukunft gebeamt wird. Das Lentos gab übrigens dem Künstlerpaar den Auftrag, etwas über das Museum und Linz zu machen. Das Ergebnis - das Video „Upstairs, downstairs“ - ist eine Klasse für sich. Kultverdächtig!

 

 

 

Foto: Lentos

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