Mi, 12. Dezember 2018

Internet-Medizin:

09.11.2017 16:01

Beratung wichtiger als Sparen

"Gesundheit aus dem Internet - sind Medikamente aus dem www die Zukunft?", lautete das Thema des OÖ Stammtisches von "OÖ-Krone" und ORF im Gasthof Aumühle in Grein. Experten erklärten Vor- und Nachteile, doch für das Publikum war klar: Persönliche Beratung zählt mehr als Sparen mit Online-Bestellung.

",Dr. Google‘ ist bereits die drittwichtigste Informationsquelle beim Thema Gesundheit, nach Hausarzt und Apotheker", eröffnete der Meinungsforscher Werner Beutelmeyer vom Institut market die Stammtisch-Diskussion in Grein mit Fakten: Nur 28 Prozent der Befragten gaben bei einer Studie an, die Online-Apotheke sei für sie kein Thema. Im Saal war das offenbar anders, denn das Publikum positionierte sich klar gegen Arzneien aus dem Internet, persönliche Beratung sei ihnen wichtiger als Zeit- oder Kostenersparnis.

Schlechte Erfahrungen mit "Dr. Google"
Beruhigend für Ärzte, wie den Hautarzt und Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Neuhofer, der den Gastgebern Harald Kalcher (Chefredakteur "OÖ-Krone") und Reinhard Waldenberger (Programmchef ORF OÖ) von schlechten Erfahrungen mit "Dr. Google" erzählte: "Eine junge Patientin hat sich, anstatt zu mir zu kommen, auf ihre Pickel eine nach Anleitung aus dem Internet selbst gepanschte Mixtur aufgetragen - jetzt hat sie Narben, die für immer bleiben."

Medikamente oft manipuliert
Auch Monika Aichberger, Vizepräsidentin der Apothekerkammer, warnt: "Im Internet gerät man leicht an manipulierte Medikamente, im besten Fall ist einfach zu wenig drin, im schlechtesten Fall ist etwas Schädliches drin."
Allerdings gäbe es über 40 Online-Apotheken, die Bewilligung und Zertifikat haben, um Medikamente zu verkaufen.

Nicht nur schwarze Schafe
Das stellte auch Konsumentenschützerin Ulrike Weiß klar: "Mit denen gibt es keine Probleme, sie sind eine gute Alternative. Die Online-Kunden haben den Vorteil der Diskretion und zahlen meist weniger für dieselben Arzneien. Rezeptpflichtiges gibt es ohnehin nicht im legalen Web." OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer akzeptiert Online-Apotheken, hat aber dennoch kein gutes Gefühl dabei: "Medikamente benötigen Beratung. Darauf sollte man nicht verzichten."

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ab 5. März für PC, PS4
„Left Alive“: Neuer Trailer zum Survival-Shooter
Video Digital
Keine Einigung
Admira: Darum platzte der Deal mit Alex Meier
Fußball National
Nicht zu warm
So schützen Sie Ihr Baby im Winter richtig!
Spielzeug & Baby
Aufstiegs-Finale
Rapid ist für die schottische Invasion gerüstet
Fußball International
Nach Weihnachtsfeier
Linz: Friseur (39) ins Krankenhaus geprügelt
Oberösterreich
Das Problemkind
Barcelonas Dembele: Traumtor nach harter Strafe!
Fußball International
„Noch nie gesehen“
Mega-Parade! Klopp feiert Liverpool-„Lebensretter“
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.