Tragisches Unglück

Halbes Dutzend Chemiker soll Explosion klären

Oberösterreich
22.12.2006 19:54
Ein halbes Dutzend Chemiker aus halb Europa soll ab Mittwoch, 27. Dezember, die Horror-Explosion mit zwei Todesopfern auf dem Areal der Agrolinz Melamine (AMI) im Linzer Chemiepark klären. Der Zustand des überlebenden Sicherheitspostens (29) auf der Intensivstation im UKH ist „stabil“, man ist vorsichtig optimistisch.

Für die Polizei ist die Sache ein Arbeitsunfall, nach derzeitigem Sachverhalt gibt es keine strafrechtlichen Konsequenzen. „Alle sicherheitstechnischen Protokolle wurden eingehalten. Die Arbeiter hatten einen Freigabeschein für ihren Auftrag“, sagt Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Warum noch Gas in dem Laugen-Behälter war, der als „sauber“ galt und zur Hälfte mit einem Wasser-Laugengemisch gefüllt war, sollen jetzt unabhängige Explosions-Experten klären, die jetzt eingeflogen werden.

Ammoniakanlage 1 im Sicherheitsmodus
„So lange nicht genau geklärt ist, was passiert ist, wird die Ammoniakanlage 1 im Sicherheitsmodus gefahren“, sagt AMI-Sprecher Gerald Kneidinger. „Es bestand nie eine Umweltgefahr“, räumt Gerhard Greßlehner, Vize-Chef der Berufsfeuerwehr Linz, Sorgen von Anrainern des Chemieparks aus.

Inzwischen überlegt man, wie den Hinterbliebenen der Unfallopfer geholfen werden kann. Durch die Wucht der Explosion waren die beiden Fremdfirmen-Arbeiter und Familienväter Karl Jung (54) aus Perg und Ivica Mincic (38) aus Traun getötet worden, als sie mit der Flex ein Loch in den tonnenschweren Behälterdeckel schneiden wollten. Auch für AMI-Sicherheitsmann Christian Horn (23) aus Leonding, der lebensgefährlich verletzt worden war, wird finanziell gesorgt.

„In der Belegschaft herrscht tiefe Bestürzung. Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer“, sagt Gerald Kneidinger.

 

 

Foto: FF Linz

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