Anna Heringer (29) pendelt derzeit zwischen Linz (wo sie als ehemalige Studentin mittlerweile einen Lehrauftrag für Architektur - Praxis und Forschung an der Kunstuni hat), Salzburg (sie ist in Rosenheim geboren) und München (wo sie an der Technischen Universität an ihrer Doktorarbeit arbeitet). Gerade ist sie in London mit dem „AR Award“ ausgezeichnet worden, hat 460 KonkurentInnen aus aller Herren Länder hinter sich gelassen und 5000 Pfund Preisgeld bekommen. Der „AR Award für Emerging Architecture“ ist der weltweit bedeutendste Preis für junge Architekten. Ausgezeichnet wurde Anna Heringer für ihr Schulprojekt „Handmade in Bangladesh“.
Das Schulprojekt in Bangladesh begleitet Anna Heringer schon länger: Bereits als Studentin war sie mehrere Monate vor Ort, machte 2004 ihre Diplomarbeit über den Bau der METI-Schule, die ein Jahr später ausschließlich aus Lehm und Bambus erbaut wurde. Mit der Ausbildung in Linz ist Heringer „absolut zufrieden“: „Wir brauchen keine Stararchitekten, wir müssen das bauen, was gebraucht wird“, sieht die Architektin das Thema pragmatisch.
Derzeit berät die Österreicherin sogar die Regierung in Bangladesh, wie man ihr (billiges) Baukonzept für die Entwicklung des ländlichen Raumes nutzen kann: „Wer auf dem Land anständig leben kann, wandert nicht in die städtischen Slums ab“, ist sie überzeugt. Vier Monate im Jahr ist sie vor Ort. Zurück in Österreich macht sie zum Beispiel Praktika in Lehmbau: „Man muss eine Ahnung von der Praxis haben“, sagt Heringer zu ihrem Engagement.
Zeit für Hobbies bleibt der jungen Architektin dazwischen aber auch noch: Sie spielt mehrere Instrumente und illustriert Kinderbücher. Und demnächst berät sie die königliche Universität in Bhutan beim Aufbau der ersten Architekturfakultät…
Informationen über das Schulprojekt in Bangladesh und Spendenmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.meti-school.de
Foto: Anna Heringer
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