Sa, 23. Juni 2018

Gefährdungsmeldungen

30.09.2017 06:31

Tausende Hilferufe für Kinder

Fälle wie der des kleinen Kilian, der im Alter von drei Wochen offenbar als Folge von Misshandlungen mit Arm- und Beinbrüchen ins Spital eingeliefert worden war, kommen Gott sei Dank nicht täglich vor. Jedes Jahr gehen aber etwa 6000 Hilferufe und Meldungen zum Kindeswohl bei der Kinder- und Jugendhilfe ein.

"Wir gehen jeder einzelnen Meldung nach", betont Reinhold Rampler von der Kinder- und Jugendhilfe (KJH) des Landes. Das mutmaßlich gefährdete Kind wird von Sozialarbeitern oder Psychologen persönlich begutachtet, es gibt Gespräche mit Familienmitgliedern, und es werden auch Informationen etwa von der Schule, dem Hausarzt oder Nachbarn eingeholt. Die auf solche Weise erstellte soziale Diagnose bildet dann die Grundlage für die Entscheidung der Kinder- und Jugendhilfe, ob und welche Hilfe eine Familie benötigt.
"Bei zwei Dritteln der Meldungen im Vorjahr war keine weitere Befassung erforderlich. Bei 13% wurde zwar ein Hilfebedarf festgestellt, doch es lag keine Gefährdung des Kindes vor. In derartigen Fällen ist die angebotene Hilfe für die Familie freiwillig", so Rampler.

Rechtsanspruch
Ist aber das Kindeswohl gefährdet, haben die Opfer einen Rechtsanspruch auf Hilfe: "Diese Unterstützung wird vorwiegend mobil, also in der Familie, geleistet - im Vorjahr hat das 18 Prozent der Meldungen betroffen."
Bei 3 Prozent der Fälle musste das Kind - wie im Fall Kilian - außerhalb der Familie in einer Pflegefamilie oder sozialpädagogischen Wohngruppe betreut werden. Rampler: "2016 waren das 1860 Kinder - 740 bei Pflegefamilien, 1120 in einer WG."

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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