Mi, 19. September 2018

Kindesmisshandlung

28.09.2017 06:06

Für Kilians Leid muss niemand büßen

Als der drei Wochen alte Kilian Mitte Jänner in die Uniklinik Linz eingeliefert wurde, schlugen die Ärzte Alarm: Frakturen an drei Extremitäten, Verdacht auf Hirnschädigungen. Die Eltern und eine dritte Person gerieten ins Visier, ein Gutachten bestätigte Misshandlungsverdacht - doch die Ermittlungen sind eingestellt.

"Wir mussten das Verfahren einstellen, weil wir keiner bestimmten Person eine Misshandlung zuordnen konnten", erklärt Philip Christl, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das möge unbefriedigend sein, sei rechtlich aber nicht anders möglich.
Wie berichtet, hatte ein Gutachten ergeben, dass die von den Eltern behauptete Version, wie die Brüche an beiden Oberarmen, dem rechten Oberschenkelknochen sowie die Hirnverletzung des Babys entstanden sind, medizinisch nicht schlüssig war.

Drei Verdächtige
Laut dem Sachverständigen dürften die Verletzungen als Folge einer körperlichen Misshandlung aufgetreten sein. Den Ermittlungsbehörden gelang es trotz intensivster Bemühungen aber nicht, einem der Verdächtigen eine derartige Gewalttat zuzuordnen. "Es gibt drei Personen, die dafür in Frage kommen könnten, doch alle bestreiten, das Baby körperlich misshandelt zu haben - sie haben sich auch gegenseitig nicht beschuldigt", sagt Christl. Für eine Anklage müsse jedoch ein konkretes schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden.

Krisenpflegeplatz
Kilian und sein zwei Jahre älterer Bruder werden derzeit auf Krisenpflegeplätzen betreut. Die Einstellung des Strafverfahrens bedeutet aber nicht, dass sie zurück in die Pflege der Eltern kommen. "Dafür gibt es keinen Automatismus - wenn Risikofaktoren vorliegen, kann sich die Kinder- und Jugendhilfe dagegen aussprechen", betont Reinhold Rampler von der Kinder- und Jugendhilfe des Landes.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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