Selbstmordattentat

Rund 70 Tote bei Anschlag in Bagdad

Ausland
12.12.2006 17:34
Bei zwei zeitgleichen Bombenanschlägen in Bagdad hat ein Selbstmordattentäter rund 70 Menschen mit in den Tod gerissen und über 150 weitere verletzt. Der Täter hat den Sprengsatz am Dienstagmorgen in einem Auto inmitten einer Gruppe Tagelöhner gezündet.

Nach der Explosion fielen Schüsse, dichter Rauch stieg vom Tatort am Tayaran-Platz auf.

Der irakische Ministerpräsident Maliki nannte den Anschlag ein "grauenhaftes Massaker". Der schiitische Politiker beschuldigte Anhänger des ehemaligen Diktators Saddam Hussein und sunnitische Islamisten des Terrornetzwerks Al Kaida, hinter der Attacke zu stecken. "Diese terroristischen Gruppen versuchen Chaos zu verbreiten, indem sie töten und religiöse Kämpfe anheizen", teilte der Ministerpräsident mit.

Wie ein Polizeisprecher berichtete, fuhr ein Mann mit seinem Kleinbus zu einer Gruppe von Tagelöhnern und gab vor, Arbeit für sie zu haben. Als die Männer einstiegen, zündete er die in dem Wagen versteckte Bombe. Im selben Moment ging nur 30 Meter entfernt eine zweite Bombe in die Luft. Unter den mindestens 58 Toten seien sieben Polizisten, sagte ein Sprecher. Bei den meisten Opfern handele es sich um Schiiten.

Parlamentspräsident Mashhadani erklärte, die Iraker erlebten solche Gewalt inzwischen "jeden Morgen". Der Tayaran-Platz liegt in der Nähe mehrerer Ministerien und einer Tigris-Brücke, die zur so genannten Grünen Zone führt. Auf den großen Plätzen der Hauptstadt versammeln sich jeden Morgen Dutzende Iraker und hoffen, Arbeit auf einer Baustelle, bei der Müllanfuhr oder als Anstreicher zu finden.

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