Di, 19. Juni 2018

Bald Prozess

11.09.2017 16:57

Anwalt drohen 3 Jahre Haft

Zu wenig Aufträge als Anwalt - da soll ein Jurist aus dem Raum Linz Konten, die er als Sachwalter betreute, geplündert haben. Mindestens 140.000 Euro Schaden werden ihm vorgeworfen. Beim Prozess am 26. September drohen ihm bis zu drei Jahre Haft. Es wird derzeit aber auch eine Amtshaftung der Republik geprüft.

"Das besonders verwerfliche ist, dass er Geld von Menschen veruntreut hat, die sich auf Grund ihres Gesundheitszustandes selbst nicht helfen konnten", umreißt der Linzer Anwalt  Dr. Gernot Weiß die Situation. Er vertritt zwei der Opfer, Brüder im Alter von 49 und 50 Jahren, die in einem Pflegeheim betreut werden.

Sachwalter plünderte Konten mit Bakomatkarten
"Per Bankomatkarte hat der Anwalt, der mit deren Sachwalterschaft betraut war, von deren Konten immer wieder Geld  behoben", so Weiß. 91 Zugriffe mit 37.050 Euro kann er beim jüngeren Opfer nachweisen, 34 Behebungen mit 10.000 Euro beim älteren. "Einmal waren es 50 Euro, ein anderes Mal gleich 800 Euro", fand Dr. Weiß bei stundenlanger Durchsicht der Bankbelege von den Jahren 2010 bi 2016 heraus.

Das Loch-auf-Loch-zu-System brach rasch zusammen
Der Sachwalter, der in Kanzleigemeinschaften tätig war, soll mit dem Loch-auf-Loch-zu-System gearbeitet haben - bis es sich nicht  mehr ausging, er eine 1200-Euro-Zahlung verzögerte und bei folgenden Kontrollen aufflog. Da legte er seine Anwaltsberechtigung zurück, um einem Disziplinarverfahren zu entgehen. Strafrechtlich muss er sich aber am 26. September vor dem Linzer Landesgericht verantworten. Strafrahmen: bis zu 3 Jahre Haft. Erst nach einem Urteil will die Anwaltskammer den Opfern den Schaden ersetzen.

Amtshaftung des Vormundschaftsgerichts wird geprüft
Gernot Weiß lässt aber auch noch eine Amtshaftung des Vormundschaftsgerichts abklären - denn das hätte die Gebarung mit den Klientengeldern prüfen müssen.

Johann Haginger / Kronen Zeitung

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