11.12.2006 17:59 |

MP3-Player-Mord

13-Jährige ermordet: Sieben Jahre Haft

Der jugendliche Mörder der 13 Jahre alten Jennifer muss sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Nach Überzeugung der Richter hatte der Jugendliche im Mai dieses Jahres das Mädchen in ein Abrisshaus im deutschen Annaberg-Buchholz gelockt, mehrfach geschlagen und schließlich erwürgt. Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Chemnitz verurteilte den 15-Jährigen deshalb wegen Mordes.
Auslöser war der Streit um einen MP3-Player. Strafmildernd wurden das jugendliche Alter und das Geständnis des Schülers gewertet. Eine psychiatrische Gutachterin hatte während der Verhandlung bei dem Jugendlichen zumindest Ansätze einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung festgestellt. Er habe nie gelernt, mit sozialen Konflikten umzugehen. Zudem war seine Kindheit von häuslicher Gewalt geprägt. Staatsanwalt Stephan Butzkies betonte nach dem Urteil, dass eine Therapie dennoch nicht von vornherein aussichtslos sei.


Die Öffentlichkeit war in dem Prozess wegen des jugendlichen Alters des Täters ausgeschlossen. Regungslos habe der Schüler das Urteil aufgenommen, schilderte Gerichtssprecher Matthias Wolff. Dies entspreche seiner Verhaltensstörung. Dagegen brachen die Mütter von Opfer und Täter in Tränen aus. "Für meine Mandantin ist eine Welt zusammengebrochen", sagte Opferbeistand Jürgen Trautmann. "Das Urteil ist für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar." Er hätte nach eigenen Angaben die im Jugendstrafrecht vorgesehene Höchststrafe von zehn Jahre für gerechtfertigt erachtet.