Druck der Hisbollah

Massenproteste gegen libanesische Regierung

Ausland
10.12.2006 15:43
Zehntausende Anhänger der libanesischen Opposition haben am Sonntag in der Hauptstadt Beirut gegen die pro-westliche Regierung des sunnitischen Ministerpräsidenten Siniora demonstriert. Mit der Kundgebung wollen die pro-syrischen Kräfte unter Führung der schiitischen Hisbollah ihren Druck auf Siniora erhöhen und die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit durchsetzen.

Siniora warnte am Sonntag vor einem "neuen Zyklus der Gewalt", von dem niemand profitieren würde. Zugleich zeigte sich der Premier, dessen anti-syrische Koalition unter Ausschluss der Schiiten über die Mehrheit im Parlament verfügt, optimistisch, in dem Machtkampf mit der Opposition standzuhalten. "Wir werden diese Krise überstehen", sagte Siniora vor Anhängern.

Hisbollah-Anhänger belagern seit Anfang des Monats den Amtssitz Sinioras im Zentrum Beiruts, um ihrer Forderung nach einer Regierung der nationalen Einheit Nachdruck zu verleihen. Die Hisbollah und ihre Verbündeten verlangen ein Drittel der Ministerämter. Seit einer Demonstration mit hunderttausenden Teilnehmern zum Auftakt der Proteste hat es jedoch keine Massenkundgebung mehr gegeben.

Tausende Soldaten und Polizisten verschärften vor der Demonstration am Nachmittag die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt. Beobachter warnen vor einer Eskalation der politischen Spannungen in dem Land, das 1990 einen 15-jährigen Bürgerkrieg beendete. Die oppositionelle Zeitung "Al-Dijar" berichtete, von Montag an sollten die Proteste mit Streiks und dem Beginn einer Kampagne des zivilen Ungehorsams weiter verschärft werden.

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