Sa, 18. August 2018

Entschleunigung

18.08.2017 00:36

Mit Eseldamen durch Gosau

Esel sind als etwas launische Zeitgenossen bekannt. Verbringt man ein paar Stunden mit ihnen, kann man aber mehr lernen als gedacht: Geduld! Denn nichts und niemand bringt den Esel davon ab, seine eigenen Interessen zu verfolgen. So lautet die - treffende - Esel-Analyse  einer Teilnehmerin des Eseltrekkings durchs Gosautal mit Betty Jehle, die die ungewöhnlichen Wandertouren leitet.

Kinder ab vier Jahren können die Eseldamen "Lisi", "Laura" und "Flora" zwei Stunden lang durchs wunderschöne Gosautal führen und abwechselnd auf ihnen reiten. Bevor die drei gutmütigen Tiere startklar sind, heißt es striegeln und bürsten - ist dies erledigt, wird der Ausflug gestartet.

Vierbeiner haben nicht immer Lust
Laut Betty Jehle haben die Vierbeiner nicht immer Lust, die Wanderwege entlang zu trotten: "Normalerweise läuft immer alles ganz problemlos ab, ab und zu will sich eine Eseldame aber nicht vom Fleck bewegen, dann dauert das Ganze einfach ein bisschen länger. Aber das ist das Schöne daran - solche Ausflüge sind wahnsinnig entschleunigend".

Ablauf der Wanderung
Nach einer kurzen Einführung starten die Wanderungen beim  Landhaus Koller. Von dort gehts über den Panoramaweg zum Kalvarienberg, von wo aus es  nach einer kurzen Rast wieder zurück zum Ausgangspunkt geht. "Anfangs haben manche der teilnehmenden Kinder  Respekt vor den Tieren, nach der Wanderung ist dieser meist zur Gänze verflogen.  Umgang und Kontakt mit den Eseln wirken  beinahe wie eine Therapie", schwärmt Jehle.

Zurück zum Ursprung
Betrachtet man die Teilnehmerentwicklung, kann ganz klar  von einem Aufschwung gesprochen werden. Die Menschen wollen alle wieder mehr in die Natur - zurück zum Ursprung, vor allem Städter lieben Angebote wie dieses. Eine mitwandernde Wiener Familie schwärmt: "Diese Nähe zu den Tieren ist für uns alle etwas Besonderes, in der Stadt ist eine Aktivität wie diese nahezu undenkbar."

Strahlende Kinderaugen
Die "OÖ-Krone" begleitete eine Wanderung, mit dabei waren Drillingsmädchen aus Dortmund. Ihr Resümee: "Alles war wunderschön - das Versorgen der Tiere, das Führen der Esel und ganz besonders das Reiten durch den Wald."

Gemeinsames Putzen zum Abschluss
Als Abschluss werden die Eseldamen gemeinsam geputzt und versorgt. Eine Arbeit, die normalerweise nur selten für Begeisterung sorgt! Beim Blick in die strahlenden Gesichter der teilnehmenden Kinder merkt man jedoch eines ganz klar: Der Ausflug mit "Lisi", "Laura" und "Flora" sorgt für eine große Menge Glücksgefühle!

Kinder ab vier Jahren können beim "Eseltrekking"entschleunigen lernen, erzählt Betty Jehle im Interview.

"Krone": Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, "Eseltrekking" anzubieten?
Betty Jehle: Ich biete bei meinem Programm "natur4kids" verschiedenste Aktivitäten für Kinder an. Mein Nachbar hält ein paar ganz liebe Esel - da hatte ich kurzerhand die Idee, etwas mit diesen Tieren zu machen.

"Krone": Welche anderen Aktivitäten kann man bei "natur4kids" erleben?
Jehle: Schatzsuchen im Wald, Wichtelwanderungen und Waldpädagogik - mit mir kommen die Kinder auf verschiedenste Arten in die Natur, können einfach einmal abschalten.

"Krone": Gibt es für die Wanderungen fixe Termine?
Jehle: Wir haben ein Monatsprogramm. Wenn jemand individuell eine Wanderung machen möchte, kann ich diese ab einer Mindestteilnehmerzahl von vier  Kindern anbieten.

"Krone": Können auch Erwachsene an Ihren Programmen teilnehmen?
Jehle: Ich biete Touren für die ganze Familie an.

"Krone": Was hat Sie dazu bewogen, das Leben in der Natur zu Ihrem Beruf zu machen?
Jehle: Ein Grund dafür, dass ich mich als Wanderführerin und Waldpädagogin selbstständig gemacht habe, ist, dass ich es liebe, Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die Natur zu begeistern. Es ist schön, sein Hobby zum Beruf zu machen.

"Krone": Was macht die Natur für Sie so besonders?
Jehle: Sie gibt uns so viel mit. Das bewusst zu erkennen, ist eine tolle Erfahrung.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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